Di, 21. August 2018

Wegen Ukraine-Krise

13.04.2015 16:08

Rüstungsausgaben in Osteuropa stark gestiegen

Die Ukraine-Krise lässt die Militärausgaben in Osteuropa laut einer neuen Studie in die Höhe schnellen. Wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI am Montag mitteilte, sind die Aufwendungen vor allem in den Konfliktstaaten Ukraine und Russland sowie den drei baltischen Ländern Estland, Lettland und Litauen im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Für die westlichen NATO-Staaten meldete das Stockholm International Peace Research Institute überwiegend Rückgänge oder Stagnation bei den Militärausgaben.

In der Ukraine betrugen die Ausgabensteigerungen dem Institut zufolge im Vergleich der Jahre 2013 und 2014 geschätzte 23 Prozent. Da die tatsächlichen Kosten des andauernden Konflikts aber schwer zu ermitteln seien, sei der Anstieg wahrscheinlich höher. Für das laufende Jahr rechnet SIPRI mit einer Verdopplung der Ausgaben. Etwa die Hälfte davon dürfte demnach in Gehälter oder Pensionen fließen, der überwiegende Rest von "systematischer Korruption" verschlungen werden.

Zweistelliger Anstieg in Polen und Lettland
Für Polen errechnete SIPRI einen Anstieg um 13 Prozent im Jahr 2014. Im laufenden Jahr wird mit einem weiteren Zuwachs um 20 Prozent gerechnet, womit das Land das NATO-Ziel erreichen dürfte, mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für den Verteidigungssektor auszugeben. In Litauen rechnen die Forscher nach einem Anstieg um sechs Prozent sogar mit einem Zuwachs von weiteren 50 Prozent im Jahr 2015. Für Estland sagt SIPRI 7,3 Prozent voraus und für Lettland 15 Prozent.

Russland belegt laut der Untersuchung mit seinen Militärausgaben weiterhin den dritten Platz weltweit nach den USA und China. Im vergangenen Jahr stiegen die Aufwendungen demnach um 8,1 Prozent - eine Folge sowohl der Ukraine-Krise als auch längerfristiger Modernisierungspläne. Für das Jahr 2015 sagt SIPRI einen Anstieg der russischen Militärausgaben um rund 15 Prozent voraus. Die schwere Wirtschafts- und Währungskrise im Land könnte dem aber entgegenwirken.

US-Militärausgaben gesunken
In den USA sanken die Militärausgaben der Untersuchung zufolge auf Jahressicht um 6,5 Prozent auf 610 Milliarden Dollar. Seit dem Höchststand im Jahr 2010 beträgt der Rückgang demnach 20 Prozent, allerdings liegen die Ausgaben noch immer 45 Prozent über dem Niveau von vor den Anschlägen vom 11. September 2001. In den europäischen NATO-Staaten stagnierten oder fielen die Ausgaben laut den Angaben zuletzt, es wird aber vielfach wieder mit Zuwächsen gerechnet.

Teils deutliche Ausgabensteigerungen verzeichnete SIPRI in den meisten anderen Erdteilen. So stiegen die Aufwendungen in Asien und Ozeanien binnen eines Jahres um fünf Prozent, allein um 20 Prozent in Afghanistan. Ein Zuwachs von gut fünf Prozent wurde auch für den arabischen Raum berechnet - mit 17 Prozent in Saudi-Arabien sowie je 15 Prozent im Libanon und im Irak. Ein Plus von fast sechs Prozent gab es laut SIPRI in Afrika, eine Stagnation im wirtschaftlich kriselnden Südamerika.

Staaten gaben 2014 für Rüstung rund 1,7 Billionen Euro aus
Insgesamt betrugen die Militärausgaben weltweit laut der Studie im vergangenen Jahr rund 1,8 Billionen Dollar (rund 1,7 Billionen Euro) - ein Rückgang um 0,4 Prozent im Jahresvergleich. Davon entfielen 34 Prozent auf die USA, zwölf Prozent auf China und 4,8 Prozent auf Russland. Deutschland belegte den Angaben zufolge nach Saudi-Arabien, Frankreich, Großbritannien und Indien mit geschätzten 46,5 Milliarden Euro bzw. einem Anteil von 2,6 Prozent den achten Platz.

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