26.03.2006 13:07 |

Vogelgrippe

Panne bei Vogelgrippefall in Berlin

Bei der Berliner Gesundheitsverwaltung herrscht Unklarheit, wo der mit dem H5N1-Virus infizierte Mäusebussard tatsächlich gefunden wurde. Der Fundort sei nicht mehr eindeutig zuzuordnen, sagte eine Sprecherin. In Abstimmung mit dem "Kompetenzteam Seuchenteam" wurde daher nun vorsorglich das gesamte Berliner Stadtgebiet zum Geflügelpest-Beobachtungsgebiet erklärt. Das Sperrgebiet im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, wo der Mäusebussard angeblich entdeckt worden war, sollte am Sonntag aufgehoben werden.

"Auf der Tüte, in die der tote Vogel verpackt worden war, stand zwar eine Adresse. Die Mitarbeiter, die an diesem Ort einen toten Vogel geborgen haben, gaben aber an, sie hätten dort einen Eichelhäher gefunden", sagte die Sprecherin. Zunächst hieß es, der Vogel sei auf der Terrasse eines Einfamilienhauses im Bezirk Marzahn- Hellersdorf entdeckt worden.

Restriktionen gelten nur für Geflügelhalter
Zuerst war nur um den vermeintlichen Fundort herum ein Beobachtungsgebiet mit zehn Kilometer Radius eingerichtet worden. "Von der Einrichtung eines Beobachtungsgebietes sind die meisten Menschen in Berlin aber nicht direkt betroffen", sagte die Sprecherin weiter. "In einem Beobachtungsgebiet gelten die Restriktionen nur für Geflügelhalter und Geflügelprodukte."

Erster Vogelgrippefall in Berlin
Berlin hatte am Freitag als siebtes Bundesland einen Vogelgrippe- Fall gemeldet. Der tote Mäusebussard war den Angaben zufolge am 18. März gefunden worden. Der Vogel wurde zur Untersuchung ins Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Ostseeinsel Riems gebracht. Noch ist unklar, ob es sich in dem Fall um die aggressive Variante des Erregers handelt. Testergebnisse werden nicht vor diesem Montag erwartet.

Vogelgrippe-Todesfälle in China und Indonesien
Aus China und Indonesien sind am Samstag neue Vogelgrippe-Todesfälle bei Menschen bekannt geworden. Das Gesundheitsministerium in Peking teilte mit, eine am Dienstag in Shanghai verstorbene Frau sei dem Erreger H5N1 erlegen. In Indonesien starb ein einjähriges Mädchen an Vogelgrippe. Das Kleinkind sei laut Untersuchungen mit dem H5N1-Typ des Virus infiziert gewesen, hieß es in Jakarta.

Die Verstorbene in Shanghai sei eine 29-jährige Wanderarbeiterin gewesen. Todesursache sei Lungenentzündung gewesen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit.

Bislang sind elf Todesfälle aus China gemeldet. Weltweit sind laut der Weltgesundheitsbehörde 186 Infektionen mit dem Vogelgrippevirus H5N1 bekannt, 105 Menschen starben.

Bestätigt sich der Befund bei dem toten Mädchen in Indonesien, wäre das Kind das 23. menschliche Vogelgrippe-Opfer in diesem Land. Eine Probe sei an ein Labor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Hongkong gesandt worden, sagte ein Beamter des Gesundheitsministeriums. Das Mädchen starb am Donnerstag in einem Krankenhaus in Jakarta. Es habe Kontakt zu totem Geflügel gehabt, hieß es.