Konservierte Eltern

Tiefkühlpanne: Eltern werden eingeäschert

Ausland
16.03.2006 11:54
Jahrelang hatte Rémy Martinot vor Gericht dafür gekämpft, seine bei minus 65 Grad in der Krypta ihres Schlosses tiefgefrorenen Eltern dort lassen zu können. Jetzt haben eine technische Panne und ein versagendes Alarmsystem dafür gesorgt, dass der Westfranzose aus Nueil-sur-Layon bei Angers seine 1984 und 2002 konservierten Eltern doch einäschern musste.

"Die Temperatur war im Februar wahrscheinlich für mehrere Tage auf minus 20 Grad gestiegen", sagte Martinot. Für eine derartige Langzeitkonservierung werden normalerweise deutlich tiefere Temperaturen benutzt.

Der Sohn sah es nach dieser Panne als "nicht mehr vernünftig" an, die Eltern so zu lassen. Dem Vater, einem Arzt, hatte er versprechen müssen, ihn nach dem Tod wie zuvor auch die Ehefrau tiefgefroren in der Krypta zu bestatten und auf den wissenschaftlichen Fortschritt zu hoffen, der sie eines Tages vielleicht doch wieder zum Leben hätte erwecken können. Zwei Gerichte und zuletzt der Staatsrat entschieden aber, die Bestattungsform sei unrechtmäßig. Martinot hatte daraufhin noch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anrufen wollen.

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