Aktuell werden im Rahmen der Jugendaktion von „Missio Österreich“ Spenden für Menschen in Not gesammelt. Dass dafür Schokopralinen direkt an Kinder verkauft werden, sorgt für Kritik.
Die Steirerin Monika G. ist empört: Stolz brachte ihre achtjährige Tochter eine Schachtel Pralinen nach Hause, die sie um vier Euro mit ihrem Taschengeld gekauft hatte. Dass es sich dabei um eine Spendenaktion handelt, dürfte ihr nicht klar gewesen sein. „Müssen in der Volksschule schon Spendenaktionen mit Kindern gemacht werden?“, fragt sie sich.
Die Schokopralinen wurden vor dem Unterricht an die Kinder verkauft – ohne Zwang, wie betont wird. „Aber Kinder sind doch noch nicht geschäftsfähig“, kritisiert Monika G. Sie störe nicht das Spenden an sich – „wir sortieren als Familie oft Gewand aus“ –, sondern die Herangehensweise.
Müssen in der Volksschule schon Spendenaktionen mit Kindern gemacht werden?
Monika G.
Dahinter steht „Missio Österreich“, eine von der katholischen Kirche getragene Hilfsorganisation, die an etwa 450 Schulen in ganz Österreich im Rahmen der Jugendaktion Schokolade und Chips für den guten Zweck verkauft. Schulen beteiligen sich freiwillig und sind für die Gestaltung verantwortlich, heißt es.
Mutter bekommt viel Zuspruch
„Die von einer Schule bzw. einer Klasse gesammelten Spenden werden an Missio Österreich überwiesen. Mit dem Reinerlös unterstützen wir fünf Projekte“, schreibt die Pressestelle. Monika G. ist überzeugt: „Man sollte die Artikel besser bei Elternabenden oder Sommerfesten verkaufen.“
Mit ihrer Meinung ist sie nicht allein. Ihr Posting zu dem Thema erhielt auf Instagram Hunderttausende Aufrufe. In der Kommentarspalte finden sich zahlreiche Mütter und Väter, die den Verkauf ebenfalls kritisieren.
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