Grenze überklettert

Trotz “Superzaun”: Flüchtlinge stürmen Melilla

Ausland
30.12.2014 19:31
Bei einem neuen Massenansturm von Flüchtlingen auf Melilla sind Dutzende Afrikaner in die spanische Nordafrika-Exklave gelangt. Mindestens 102 Menschen hätten am Dienstag vom Gebiet Marokkos aus die sechs Meter hohen Grenzzäune überklettert, teilte die Vertretung der spanischen Regierung mit. Die Zahl der Migranten, die illegal nach Melilla gelangten, sei damit 2014 auf 2.200 gestiegen.

Im Juni waren an der Grenze engmaschige, als "unüberwindbar" geltende Zäune errichtet worden. Die Flüchtlinge hätten Kletterhaken und Schuhe mit Nägeln an den Sohlen benutzt, schrieb die Nachrichtenagentur efe.

Der Ansturm auf die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla hatte in der ersten Jahreshälfte deutlich zugenommen. Am 18. März wurde der bisher größte Zustrom registriert: Damals überwanden rund 500 Migranten die Grenzbefestigungen in Melilla.

In der Nähe der beiden Exklaven leben Tausende notleidende Afrikaner aus Ländern südlich der Sahara und harren auf eine Gelegenheit, nach Europa zu gelangen. Schätzungen gehen von 30.000 bis 80.000 Menschen aus. Wegen des Bürgerkriegs in Syrien kommen seit Monaten auch immer mehr Menschen aus dem krisenerschütterten arabischen Land dorthin.

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