Di, 20. November 2018

Instagram-Posting

22.12.2014 06:12

Polizistenmörder kündigte Tat im Internet an

Jener Mann, der am Samstag im New Yorker Stadtteil Brooklyn zwei Polizeibeamte in ihrem Streifenwagen erschossen hat, hatte die Bluttat offenbar im Internet angekündigt. In einem Eintrag auf Instagram, der einem Afroamerikaner namens Ismaaiyl Brinsley zugeordnet wird, war zu lesen: "Heute schicke ich ein paar Schweine in den Himmel." Wenige Stunden später waren zwei Cops tot.

"Sie haben einen von uns genommen. Lass uns zwei von ihnen nehmen" und "Das ist vermutlich mein letzter Eintrag", hieß es in der Botschaft weiter. Über die Hashtags #ShootThePolice (Erschießt die Polizei), #RIPEricGarner (Ruhe in Frieden Eric Garner) sowie #RIPMikeBrown (Ruhe in Frieden Mike Brown) verwies Brinsley auf Eric Garner und Michael Brown, die zu den bekanntesten Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen unbewaffnete Schwarze zählen und deren Tod zu landesweiten Protesten geführt hatten.

Vor dem Mord an den Polizisten Liu Wenjin und Rafael Ramos soll Brinsley am Samstagmorgen in Baltimore im Bundesstaat Maryland eine Person angeschossen und schwer verletzt haben. Während manche Medien berichten, das Opfer sei seine Ex-Freundin, heißt es in anderen, die Person sei ein Mitglied seiner Familie. Danach habe er sich auf den Weg nach Brooklyn gemacht, wo er Bekannte gehabt habe.

Warnung an New Yorker Polizei kam zu spät
Außerdem war der 28-Jährige der Polizei bereits vor der Tat einschlägig bekannt gewesen. So soll Brinsley in der Vergangenheit 18 Mal festgenommen worden sein, wie der oberste Ermittler der New Yorker Polizei, Robert Boyce, am Sonntag erklärte. Weiteres tragisches Detail: Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP hat die Polizei in Baltimore Kenntnis von Birnsleys Posting auf Instagram (kleines Bild) erhalten und eine diesbezüglich Warnung an das New York Police Department geschickt, doch die kam für Wenjin und Ramos leider zu spät.

Passanten zum Zuschauen aufgefordert
Die beiden Polizisten seien in ihrem Streifenwagen regelrecht hingerichtet worden, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Samstag auf einer Pressekonferenz nach dem Vorfall, der die landesweite Debatte über Rassismus neu befeuern dürfte. Der 28-jährige Brinsley habe mit einer halbautomatischen Pistole aus nächster Nähe auf die beiden Beamten gefeuert, sagte New Yorks Polizeichef Bill Bratton. Unmittelbar davor soll der mutmaßliche Täter umstehende Passanten zum Zuschauen aufgefordert haben. Brinsley habe diese aufgefordert, "zu beobachten, was ich jetzt tun werde". Nach der Tat sei der Mann in eine nahe gelegene U-Bahn-Station gelaufen, wo er sich mit einem Kopfschuss selbst das Leben genommen habe.

Exekutiveim Big Apple steht in der Kritik
Die New Yorker Polizei steht nach einem Einsatz mit Todesfolge im Stadtteil Staten Island in der Kritik. Ein Beamter hatte dort im Juli den 43-jährigen Eric Garner in den Würgegriff genommen, der im Verdacht stand, illegal Zigaretten verkauft zu haben. Die Beamten ließen von dem Mann auch nicht ab, als dieser bereits überwältigt am Boden lag und klagte, er bekomme keine Luft. Garners Tod und die nachfolgende Entscheidung einer Geschworenen-Jury, keine Anklage gegen den weißen Polizisten zu erheben, lösten heftige Proteste im Big Apple und anderen Städten aus.

Bereits zuvor war es als Reaktion auf einen ähnlichen Zwischenfall in der Kleinstadt Ferguson zu schweren Krawallen gekommen. Dort hatten Geschworene darauf verzichtet, gegen einen weißen Polizisten Anklage wegen tödlicher Schüsse auf den unbewaffneten Schwarzen Michael Brown zu erheben.

Der schwarze Bürgerrechtler Al Sharpton nannte es in einer Erklärung "verwerflich", die Namen Eric Garners oder Michael Browns als Rechtfertigung für Gewalt oder im Zusammenhang mit Polizistenmorden zu benutzen. Auf Twitter schrieb Sharpton: "Das Prinzip Auge um Auge lässt die Welt blind zurück."

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