17.02.2006 08:41 |

Massive Kritik

Kofi Annan will Schließung von Guantanamo

Die Auseinandersetzung um das umstrittene amerikanische Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba wird immer schärfer. Nach den Menschenrechtsexperten forderte auch UN- Generalsekretär Annan am Donnerstag die Schließung des Lagers. Auch Präsident Bushs engster Verbündeter im Anti-Terrorkrieg, der britische Premierminister Blair, sei für die Schließung, sagte der britische Nordirlandminister Hain.

Das Weiße Haus wies die Kritik dagegen vehement zurück und warf den Menschenrechtsexperten schlampige Arbeit vor. "Es diskreditiert die Vereinten Nationen, wenn ein Team einen Bericht raushaut ohne sich die Fakten anzusehen. Das Team hat sich nur mit den Unterstellungen beschäftigt", sagte Präsidentensprecher McClellan in Washington. Die Menschenrechtler hatten einen Besuch in  Guantanamo abgelehnt, als klar war, dass sie keine Genehmigung für Gespräche mit den Gefangenen bekommen würden.

Scharfe Kritik von UN-Experten
Ein Team von UN-Experten hatte die Zustände in Guantanamo am Donnerstag in Genf scharf kritisiert. Einzelne Verhörpraktiken kämen Folter gleich, berichteten sie an die Menschenrechtskommission. Die Ungewissheit über die Länge der Haft sei unmenschlich. Auch die Zwangsernährung von Hungerstreikenden sei inhuman.

In Guantanamo werden rund 500 überwiegend in Afghanistan und Pakistan aufgegriffene Männer teilweise seit mehr als drei Jahren festgehalten. Die USA betrachten sie als feindliche Kämpfer und wollen sie erst freilassen, wenn der Anti-Terrorkampf vorüber ist. Der weltweite Kampf gegen den Terrorismus stelle "keinen bewaffneten Konflikt" dar, der eine Internierung von Kriegsgefangenen für die Dauer des Konflikts rechtfertigen würde, heißt es in dem Bericht weiter.