Pongratz-Moore-Steg

Staunen in Graz: Kran hebt 280-Tonnen-Brücke ein

Steiermark
24.08.2026 12:00

Zahlreiche Anrainer staunten am Montagvormittag über das spektakuläre Manöver, mit dem der neue Pongratz-Moore-Steg im Norden von Graz eingehoben wurde. So ging die Aktion vonstatten.

Wegen Korrosion und anderen Alterserscheinungen musste der 1968 errichtete Pongratz-Moore-Steg 2023 gesperrt werden. Jetzt, drei Jahre später, ist es (endlich) so weit – rechtes und linkes Murufer sind wieder miteinander verbunden. In einer spektakulären Aktion wurde am Montagvormittag die neue, 280 Tonnen schwere und 68 Meter lange Brücke eingehoben.

Das Manöver brachte selbst die Zuständigen ins Schwitzen: „Von diesen Spezialkränen gibt es nur vier in Mitteleuropa“, erklärt Projektleiter Wolfgang Toman. In 50 Einzellieferungen, für die teils Kreuzungen umgebaut werden mussten, wurde er ans Murufer gebracht. „Bei diesem Moment mit dabei sein zu können, ist etwas Besonderes“, sagt auch Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ).

Der 1968 errichtete Pongratz-Moore-Steg war in die Jahre gekommen...
Der 1968 errichtete Pongratz-Moore-Steg war in die Jahre gekommen...(Bild: Christian Jauschowetz)
... und musste gesperrt werden.
... und musste gesperrt werden.(Bild: Christian Jauschowetz)

Und so ging das Manöver vonstatten: Der Raupenkran hob die Brücke etwa 20 Meter an und drehte sie über dem Fluss schwebend um 90 Grad. Gegen Mittag wurde sie neben dem bestehenden Steg abgelegt, der nun abgerissen wird. Knifflig war die Aktion auch, weil die Konstruktion wichtige Leitungen führt: von Wasser über Strom und Internet bis Gas.

Mit dabei: Projektleiter Wolfgang Toman, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, Bürgermeisterin ...
Mit dabei: Projektleiter Wolfgang Toman, Vizebürgermeisterin Judith Schwentner, Bürgermeisterin Elke Kahr und Stadtbaudirektor Bertram Werle (v. li.)(Bild: Christian Jauschowetz)

„Das ist ein komplexes Bauwerk“, entgegnet Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) der Kritik, die Umsetzung habe zu lange gedauert. „Allein die Verfahrensfristen nehmen bis zu einem Jahr in Anspruch.“ Stadtbaudirektor Bertram Werle ergänzt: „Wir haben keine Woche liegengelassen. Auch das Budget ist ein gelungener Kompromiss aus Design, Funktionalität und Kosten.“ 6,5 Millionen Euro wurden für den Neubau in die Hand genommen. Anrainern kritisierten auch die Bauarbeiten am Wochenende – nicht zuletzt wegen möglicher Zusatzkosten. Die Zuständigen erklären: An die Stahlbaufirma wurde eine Kostenpauschale gezahlt.

Bis Ende 2026 bzw. Anfang 2027 soll der neue Pongratz-Moore-Steg, der übrigens nach dem Bauunternehmer Josef Pongratz und dem englischen Ingenieur und Gründer der Grazer Wasserleitungsgesellschaft John Moore benannt ist, wieder betretbar sein. Sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer – mit einer stolzen Breite von 4,5 Meter. „Wir freuen uns riesig, dass es dann endlich so weit ist“, sagt Schwentner. „Danke an alle die mitgewirkt haben“, fügt Kahr hinzu.

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