15.02.2006 11:02 |

Olympia-Kombi

Schönfelder holt Bronze in Olympia-Kombination

Totales Pech für Benni Raich, sensationeller Erfolg für Ted Ligety: Der Amerikaner hat bei den Olympischen Winterspielen die Goldmedaille in der alpinen Kombination gewonnen. Ligety setzte sich am Dienstagabend in Sestriere mit einer Gesamtzeit von 3:09,35 Minuten und einem Vorsprung von 0,53 Sekunden vor dem Kroaten Ivica Kostelic durch. Auf dem Bronzerang: Rainer Schönfelder!

Ein Einfädler von Superstar Bode Miller und ein Ausrutscher von Weltmeister Benni Raich haben Ted Ligety sensationell die Goldmedaille in der alpinen Kombination beschert. Nachdem sein Vorbild Miller disqualifiziert wurde, fuhr der US-Boy mit zwei überragenden Slalom-Läufen zum Olympiasieg. Während die USA bei der Kür des besten alpinen Allrounders am Dienstagabend in Sestriere einen Joker hatten, wartet die Ski-Nation Österreich bei den Winterspielen von Turin weiter auf den ersten Sieg.

Ligety setzte sich in 3:09,35 Minuten vor den ebenfalls überraschend auf dem Podium stehenden Ivica Kostelic aus Kroatien und dem Rainer Schönfelder durch. "Ich kann es einfach nicht glauben. Es ist schwer zu sagen, was hier passiert ist. Ich habe alles gegeben, was ich hatte", sagte der 21-jährige Ligety, der im Weltcup noch nie in die Wertung einer Kombination oder Abfahrt gekommen war und sich auch am Dienstag zunächst als Abfahrts-32. weit hinter den besten eingereiht hatte, dann aber zum wilden Slalom-Ritt ansetzte.

„So etwas kann immer passieren“
Topfavorit Raich vergab seine Führung nach dem ersten Slalom-Durchgang und schied auf dem Weg zum erträumten Gold aus. "Das ist Skifahren. So was kann immer passieren. Heute wollte ich Gas geben, und dann kam der Einfädler", sagte Raich.

Dafür kann sich Rainer Schönfelder freuen, der durch den Ausfall Raichs profitierte und für Österreichs dritte Olympia-Medaille in Turin sorgte. Der 28-jährige Kärntner holte in Sestriere Bronze in der alpinen Kombination und damit seine erste Olympia-Medaille. Michael Walchhofer ist im ersten Slalom-Durchgang ausgeschieden, Mario Matt landete nach einem miserablen zweiten Lauf weit abgeschlagen.

Erstes Olympia-Rennen
Ligety nutzte bei seinem ersten Olympia-Rennen die Gunst der Stunde. Vor vier Jahren war er in Salt Lake City noch als Vorläufer gestartet. Miller hatte dort Silber gewonnen, doch diesmal war der Superstar einer der vielen großen Pechvögel des Tages. Mit einem scheinbar komfortablen Vorsprung nach der Abfahrt schied er nach einem Torfehler im ersten Slalom-Durchgang aus.

"Wenigstens muss ich nicht nach Turin fahren", nahm der Amerikaner die Entscheidung mit dem ihm eigenen Humor. "Ich habe nichts bemerkt", sagte er zur fast unentdeckt gebliebenen Szene. Auf einen Protest wollte der Ski-Rebell aber verzichten. "Ich war sehr gut in der Abfahrt und bin auch im Slalom runtergekommen. Es freut mich, dass ich über eine Sekunde Vorsprung auf den Spitzenreiter hatte."

Neben Raich und Miller scheiterten auch die Norweger Lasse Kjus und Vize-Weltmeister Aksel Lund Svindal. Ihr Landsmann Kjetil-Andre Aamodt, der Kombinations-Olympiasieger von 2002, konnte wegen einer Verletzung erst gar nicht starten. Auch Defago, zweiter nach der Abfahrt, fand nicht den richtigen Weg durch den Stangenwald.


Endstand:

1.Ted LigetyUSA03:09,35
2.Ivica KostelicCRO03:09,88
3.Rainer SchönfelderAUT03:10,67
4.Daniel AlbrechtSUI03:10,73
5.Giorgio RoccaITA03:10,74
6.Ondrej BankCZE03:11,00
7.Marc BerthodSUI03:11,22
8.Pierrick BourgeatFRA03:11,29
9.Peter FillITA03:12,21
10.Kjetil JansrudNOR03:12,32

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