07.07.2014 13:08 |

Lange Krankheit

Ex-Sowjet-Außenminister Schewardnadse ist tot

Der ehemalige Sowjet-Außenminister und zweite Staatschef Georgiens, Eduard Schewardnadse, ist am Montag nach langer Krankheit gestorben. Das teilte sein Pressedienst mit.

Der frühere Sowjet-Präsident Michail Gorbatschow und Russlands Präsident Wladimir Putin haben den Verstorbenen als großen Politiker gewürdigt. "Er hat einen bedeutenden Beitrag zur Außenpolitik der Perestroika geleistet, war ein ehrlicher Verfechter eines neuen Denkens in der Welt", sagte Gorbatschow am Montag der Agentur Interfax.

Moskau: Beileid für "Freund" und das georgische Volk
Putin sprach den Angehörigen des früheren sowjetischen Außenministers sowie dem georgischen Volk sein Beileid aus. Der 83 Jahre alte Gorbatschow nannte Schewardnadse einen Freund, der in den 1980er-Jahren die Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) intensiv mitgestaltet habe. Der Politiker habe eine große Rolle bei der "Vereinigung Deutschlands, in europäischen Angelegenheiten, bei der Normalisierung der Beziehungen zu China und im Dialog mit den USA gespielt", sagte Gorbatschow.

Besonders eingesetzt habe sich der Politiker zudem für ein Ende des atomaren Wettrüstens. Gorbatschow hob vor allem Schewardnadses "georgisches Temperament" hervor. "Er war in der Lage, mit unterschiedlichen Menschen schnell in Kontakt zu treten - mit der Jugend und mit der älteren Generation."

Vom "Sohn des Falken" zum "Weißen Fuchs"
Schewardnadse war zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung Außenminister der Sowjetunion. Er übte das Amt von 1985 bis 1990 sowie nochmals Ende 1991 aus. Der Verblichene hatte die Kaukasusrepublik Georgien ab 1992 regiert und durch wirtschaftlich und politisch schwierige Zeiten geführt. Bei einem Volksaufstand 2003, der "Rosenrevolution", wurde er gestürzt. Der Nachname Schewardnadse heißt ins Deutsche übersetzt "Sohn des Falken". Wegen seiner politischen Fähigkeiten bekam er in Georgien aber den Spitznamen "Tetri Melia" (Weißer Fuchs).

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