20.06.2014 14:53 |

Botschaft aus Spital

Höhlenforscher dankt in Video seinen Rettern

Der in der Riesending-Schachthöhle verunglückte deutsche Forscher Johann Westhauser hat sich nach seiner spektakulären Befreiung am Freitag erstmals selbst zu Wort gemeldet. Der 52-Jährige bedankte sich in einer Videobotschaft, aufgenommen in der Unfallklinik im bayerischen Murnau, bei seinen Rettern. Unterdessen stellt sich die Frage nach den Einsatzkosten. Auch wenn noch keine Zahlen vorliegen, so dürfte die Summe mindestens einige 100.000 Euro betragen.
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"Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Kameraden bedanken, die bei der Höhlenrettung mitbeteiligt waren. Es war doch eine sehr große Aktion", sagte Westhauser, der in dem Video-Statement allerdings kaum zu verstehen ist - was seinen behandelnden Ärzten zufolge an motorischen Problemen in Folge der erlittenen Kopfverletzungen liegt. Lange habe es gedauert, wieder ans Tageslicht zu gelangen, jetzt werde er noch Zeit brauchen, um wieder vollständig zu genesen, so der Höhlenforscher.

Er liegt seit Donnerstag auf der Intensivstation des Krankenhauses in Murnau, wohin er direkt nach seiner Rettung aus der Höhle (siehe Story in der Infobox) gebracht worden war. Mediziner der Klinik waren bereits während der Bergung in die Einsatzleitung eingebunden gewesen.

Laut den Ärzten befindet sich Westhauser angesichts der hinter ihm liegenden Strapazen in einem "hervorragenden Zustand". Es sei eine "weitgehende Wiederherstellung" des an einem Schädel-Hirn-Trauma leidenden Patienten zu erwarten, sagte der Ärztliche Direktor der Unfallklinik Murnau, Volker Bühren, am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Arzt spricht von "kleinem Wunder"
Der Verlauf bei dem Verletzten hätte trotz der eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten in der Höhle und der sehr belastenden Bergung auch auf einer Intensivstation nicht besser sein können, so Bühren. Das sei so etwas wie ein "kleines Wunder".

Den Angaben der Mediziner zufolge erlitt Westhauser bei seinem Unfall ein Schädel-Hirn-Trauma mit einer Hirnblutung, was Auswirkungen auf seine motorischen Fähigkeiten hat. Das sei aber nur auf die Schwellungen zurückzuführen, in der betroffenen Hirnregion sei nichts zerstört, betonte Bühren. "Das wird sich mit der Zeit deutlich bessern." Westhauser Denkvermögen sei intakt. Er formuliere komplizierte Sätze, zudem sei nach seiner Einlieferung gut orientiert gewesen.

"Er wusste auch, dass Fußball-WM ist"
"Er wusste auch, dass Fußballweltmeisterschaft ist", sagte Bühren. Westhauser interessiere sich allerdings nicht für Fußball, ergänzte der Ärztliche Direktor des Krankenhauses: "Die Ergebnisse wollte er nicht wissen."

Für die insgesamt zwölftägige Rettungsaktion im Untersberg in Berchtesgaden standen laut Bergwacht Bayern 728 Rettungskräfte im Einsatz. Von den 202 Rettern, die sich direkt in dem engen und gefährlichen Schachtsystem der rund 1.000 Meter tiefe Höhle befanden, kamen einer ersten Auflistung zufolge 27 aus Deutschland, 42 aus Österreich, 89 aus Italien, 20 aus Kroatien und 24 aus der Schweiz.

Einsatz könnte mehrere 100.000 Euro kosten
Im Normalfall würden die Kosten von der Versicherung des Verunfallten refundiert, erklärte der Landesleiter des Salzburger Höhlenrettungsdienstes, Helmut Obermair, am Freitag. Die Rettungsaktion in der Riesending-Schachthöhle würde aber vom Umfang her einen normalen Einsatz bei Weitem sprengen. Seinen Schätzungen nach könnte der Einsatz 200.000 Euro kosten - da sind aber die Kosten für die Hubschrauber nicht miteingerechnet.

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