Langes Hinfiebern und mehr als ein Jahr Vorbereitungszeit waren ihm vorausgegangen: In Thaur ging am Sonntag nach acht Jahren Pause wieder das große Mullerlaufen über die Bühne. Und im Tiroler Oberland zeigten die jungen Imster, dass auch sie wissen, wie Tradition gelebt wird.
Rund 600 Menschen waren aktiv daran beteiligt, die alte Thaurer Fasnachtstradition nach langem Warten wieder aufleben zu lassen. Tausende wussten das zu würdigen: Die Menschen säumten bei Traumwetter die Straßen von Thaur, als sich der Umzug gegen 13 Uhr von drei Punkten aus in Bewegung setzte.
Spiegeltuxer und Melcher, Zaggeler und Zottler – sie und viele andere zeigten in ihren aufwendigen Kostümen, worauf sie sich wochen- und monatelang vorbereitet hatten. Der eine oder andere faszinierte Besucher musste sich einen – mal leichten, mal etwas kräftigeren – Schlag auf die Schulter gefallen lassen: Das „Abmullen“ gilt als Fruchtbarkeitssymbol.



Besonders gespannt erwarteten alle den Krameter, der nur beim Mullerlaufen in Thaur dabei ist. Und tatsächlich erschien der „Wilde Mann“ in seinem Wacholderkleid, um den Weg freizumachen für die nachfolgenden Gruppen – neben den Mullern und Matschgerern auch Musikkapellen und Festwägen.
Zeitgleich waren in Imst am Tage des ersten Olympiagoldes für Österreichs über 300 junge Fasnachtler wohl im Fasnachtsolymp. Es war schlicht und einfach ein Traumtag, an dem bei der „Buabefasnacht“ alles passte. Die Sechs- bis 15-Jährigen fieberten auf diesen größten Tag in ihrem noch kurzen Leben hin und dankten wohl während der Fasnachtsmesse ihren Eltern und vor allem Petrus für das Kaiserwetter.
Nervös, angespannt, doch voller freudiger Erwartung ersehnten alle das Mittagsgeläut der Pfarrkirche, das den Beginn des Umzuges bedeutete. Gesäumt von Tausenden Schaulustigen – unter ihnen unfassbar stolze Eltern – zeigten die jungen Scheller, Roller, Sackner, Spritzer, Kaminer und viele andere Figuren, dass man sich in Imst keine Sorgen um den Fasnachtsnachwuchs machen braucht.
Nach sieben „Kroasen“ (Kreise) durch Ober- und Unterstadt, in denen sie durch „einführen“ Glück verteilten, war wieder klar: Die Fasnacht lebt stärker als je zuvor!
Nicole Greiderer, Hubert Daum
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