Seltener Gast

In der Fasnachts-Hochburg braut sich was zusammen

Tirol
05.02.2026 14:00

Nach acht Jahren Pause findet am Sonntag (8.2.) in Thaur wieder das große Mullerlaufen statt. Nur zu diesem Anlass taucht eine einzigartige Waldfigur auf. Heuer vielleicht in Rekordstärke. Hinter den Kulissen wird eifrig gewerkt. 

Die Thaurer Muller sind umtriebige Gesellen. In der Fasnacht haben Zottler, Zaggeler und Co. bei Bällen und anderen Veranstaltungen umjubelte Auftritte. Doch einer ist nie dabei. Der Krameter macht sich rar und gesellt sich nur alle paar Jahre zu den anderen. Immer dann, wenn der Ort im Kreis der sogenannten Marthadörfer bei Innsbruck den großen Umzug ausrichtet. Am Sonntag ist es so weit. Und alle sind gespannt, ob er kommt.

Hermann Unsinn und seine Frau sind beim Binden der Wacholderbuschen und beim Aufnähen versierte ...
Hermann Unsinn und seine Frau sind beim Binden der Wacholderbuschen und beim Aufnähen versierte Profis. Viel Arbeit ist es trotzdem.(Bild: Unsinn)
Die Wacholderstauden dürfen nicht zu früh aus dem Wald geholt werden. Sonst sind sie am großen ...
Die Wacholderstauden dürfen nicht zu früh aus dem Wald geholt werden. Sonst sind sie am großen Tag dürr.(Bild: Schützenkompanie Thaur, Krone KREATIV)
Bis zu 45 Kilo wiegt die Last der Wacholderstauden, wenn das Fasnachtskleid fertig ist.
Bis zu 45 Kilo wiegt die Last der Wacholderstauden, wenn das Fasnachtskleid fertig ist.(Bild: Schützenkompanie Thaur)

Schon seit dem Jahr 1978 als Krameter mit dabei
„Eine besondere Mystik umgibt diese Figur. Das hat mich schon als junger Bursch fasziniert“, kommt Hermann Unsinn ins Schwärmen. Unsinn ist der Prototyp eines Krameter und schlüpft seit 1978 alle paar Jahre in die Rolle des „Wilden Mannes“. „Er geht voran und macht als Ordnungsfigur Platz für die nachfolgenden Gruppen“, beschreibt Unsinn die Funktion. Ein nach Wald duftendes, aber stacheliges Kleid aus Wacholderstauden lässt den Mythos des „Wilden Mannes“ Gestalt annehmen.

Viele Hände helfen für den großen Auftritt am Sonntag mit.
Viele Hände helfen für den großen Auftritt am Sonntag mit.(Bild: Schützenkompanie Thaur)
Auf dem von Künstlerin Patricia Karg gestalteten Plakat sind die Krameter heuer abgebildet. Das ...
Auf dem von Künstlerin Patricia Karg gestalteten Plakat sind die Krameter heuer abgebildet. Das mag was heißen.(Bild: Thaurer Muller/Karg)

Eine uralte Figur, die im Kreis der Muller eine Sonderstellung einnimmt. „Die Krameter sind beim Umzug einfach da – oder auch nicht. Sie tauchen aus dem Wald auf und sind verschwunden, bevor die Larven abgenommen werden“, beschreibt Unsinn, wie es früher zuging. Nicht selten habe keiner im Ort gewusst, wer unter der Maske steckt. Heute sei das natürlich anders, weil die jungen Burschen ihre Vorbereitungen gerne über soziale Netzwerke teilen. „Geheim bleibt da nicht leicht was“, meint der altgediente Krameter schmunzelnd.

Beim letzten großen Umzug vor acht Jahren war Unsinn der einzige „Wilde Mann“. Doch heuer braut sich Großes zusammen. Hinter den Kulissen wurden in Thaur in den vergangenen Tagen Berge an stacheligem Grün verarbeitet. Viel Stoff für Spekulationen. Wie viele Krameter werden es heuer? Zehn, zwölf oder mehr? Die endgültige Zahl soll hier nicht verraten werden. Am Sonntag wird das Geheimnis gelüftet. Um 13 Uhr beginnt der große Umzug mit 600 Mitwirkenden aus Thaur und den Nachbardörfern. Eine Öffi-Anreise wird empfohlen.  

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