Neuer Rettungsbericht

Das Rote Kreuz bangt um seine freiwilligen Helfer

Steiermark
08.01.2026 16:01

Seit zwei Todesfällen an der Eisenstraße und einem kritischen Rechnungshofbericht wird über das Rettungssystem debattiert. Nun liegt der Endbericht einer Gesundheitskommission vor. Ist die Ehrenamtlichkeit ein Auslaufmodell?

Nur dem Druck der Grünen ist es zu verdanken, dass eine bis dato geheim gehaltene (warum eigentlich?) Experten-Analyse zum steirischen Rettungsdienst nun vorliegt. Wie berichtet, diskutierten zahlreiche Kommissionsmitglieder – vom Roten Kreuz über die ÖGK bis zum Land – nach einem kritischen Rechnungshofbericht über Verbesserungen und mögliche Kosteneinsparungen.

Die gute Nachricht: Weder beim Notarztsystem noch bei der Flugrettung oder den Rotkreuz-Ortsstellen wird der Rotstift angesetzt. Wörtlich heißt es, „jeder Rückbau im bestehenden Leistungsangebot wird abgelehnt“. Beibehalten wird auch die Einheit aus Krankentransport- und Sanitätsdienst bei der Rettung.

Uneinigkeit über Leitstelle
In Sachen neutrale Rettungsleitstelle gehen die Expertenmeinungen jedoch weit auseinander: Die Kommission befürwortet mehrheitlich eine unabhängig agierende Einsatzzentrale, die derzeit allein vom Roten Kreuz betrieben wird. Dieses wehrt sich allerdings dagegen, Kompetenzen an Mitbewerber abzugeben. Dennoch, so heißt es vom Roten Kreuz, gebe es Gespräche auch mit der Konkurrenz, Details werde man in Bälde kommunizieren. Das Rote Kreuz derzeit ganz andere Sorgen plagen.

Wer die hohen Standards im steirischen Rettungswesen aufrechterhalten will, kann und darf hier nicht kürzen.

Lambert Schönleitner

Grüner Landtagsabgeordneter

Ehrenamtliche Helfer bei Tag und in der Nacht zu finden, wird zunehmend schwieriger. Rotkreuz-Präsident Siegfried Schrittwieser redet zur Sicherung des Freiwilligenwesens daher einer „Beibehaltung von ehrenamtsfreundlichen Ausbildungsvorschriften im Sanitäter-Gesetz“ das Wort. Andernfalls müsse „wohl langfristig von einem Ende der Freiwilligkeit im Sanitätsdienst ausgegangen werden“, so Schrittwiesers lauter Alarmruf.

Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) will jetzt in die Umsetzung gehen: „Nun geht es darum, das Rettungs- und Notarztwesen langfristig weiterzuentwickeln und gleichzeitig den laufenden Betrieb sowie die Versorgung der Steirerinnen und Steirer zu sichern.“

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