Seit zwei Todesfällen an der Eisenstraße und einem kritischen Rechnungshofbericht wird über das Rettungssystem debattiert. Nun liegt der Endbericht einer Gesundheitskommission vor. Ist die Ehrenamtlichkeit ein Auslaufmodell?
Nur dem Druck der Grünen ist es zu verdanken, dass eine bis dato geheim gehaltene (warum eigentlich?) Experten-Analyse zum steirischen Rettungsdienst nun vorliegt. Wie berichtet, diskutierten zahlreiche Kommissionsmitglieder – vom Roten Kreuz über die ÖGK bis zum Land – nach einem kritischen Rechnungshofbericht über Verbesserungen und mögliche Kosteneinsparungen.
Die gute Nachricht: Weder beim Notarztsystem noch bei der Flugrettung oder den Rotkreuz-Ortsstellen wird der Rotstift angesetzt. Wörtlich heißt es, „jeder Rückbau im bestehenden Leistungsangebot wird abgelehnt“. Beibehalten wird auch die Einheit aus Krankentransport- und Sanitätsdienst bei der Rettung.
Uneinigkeit über Leitstelle
In Sachen neutrale Rettungsleitstelle gehen die Expertenmeinungen jedoch weit auseinander: Die Kommission befürwortet mehrheitlich eine unabhängig agierende Einsatzzentrale, die derzeit allein vom Roten Kreuz betrieben wird. Dieses wehrt sich allerdings dagegen, Kompetenzen an Mitbewerber abzugeben. Dennoch, so heißt es vom Roten Kreuz, gebe es Gespräche auch mit der Konkurrenz, Details werde man in Bälde kommunizieren. Das Rote Kreuz derzeit ganz andere Sorgen plagen.
Wer die hohen Standards im steirischen Rettungswesen aufrechterhalten will, kann und darf hier nicht kürzen.

Lambert Schönleitner
Grüner Landtagsabgeordneter
Bild: Christian Jauschowetz
Ehrenamtliche Helfer bei Tag und in der Nacht zu finden, wird zunehmend schwieriger. Rotkreuz-Präsident Siegfried Schrittwieser redet zur Sicherung des Freiwilligenwesens daher einer „Beibehaltung von ehrenamtsfreundlichen Ausbildungsvorschriften im Sanitäter-Gesetz“ das Wort. Andernfalls müsse „wohl langfristig von einem Ende der Freiwilligkeit im Sanitätsdienst ausgegangen werden“, so Schrittwiesers lauter Alarmruf.
Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) will jetzt in die Umsetzung gehen: „Nun geht es darum, das Rettungs- und Notarztwesen langfristig weiterzuentwickeln und gleichzeitig den laufenden Betrieb sowie die Versorgung der Steirerinnen und Steirer zu sichern.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.