Neue Kampfjets

Bundesheer schließt Milliarden-Deal mit Italien

Innenpolitik
26.11.2025 05:00

Der Kauf von Kampfjets im Wert von über einer Milliarde Euro für das Bundesheer ist nach Informationen der „Krone“ fix. Gekauft werden zwölf italienische Jets des Herstellers Leonardo, der das Bundesheer schon mit Hubschraubern beliefert. Erstmals seit dem Eurofighter werden auch Gegengeschäfte im Wert von mehr als 200 Millionen Euro vereinbart.

Offiziell bestätigt wird der Deal noch nicht, nach „Krone“-Informationen steht die Unterzeichnung sowohl im Verteidigungs- als auch im Wirtschaftsministerium unmittelbar bevor. Gegen Ende der Woche soll offiziell nach außen kommuniziert werden. In den beiden Ministerien gibt man sich noch bedeckt. Man sei in der Zielgeraden, noch seien nicht alle notwendigen Verträge unterzeichnet.

Verteidigungsministerium hat Leonardo favorisiert
Verteidigungsministerium hat Leonardo favorisiert(Bild: Leonardo)

Das zweisitzige Schul- und Mehrzweckkampfflugzeug ersetzt die Ende 2020 ausgeschiedenen Saab 105. Mit diesem Kauf behält das Bundesheer seine Zwei-Flotten-Strategie, wobei die Eurofighter 2030 auch ersetzt werden müssen. Die Entscheidung für die M-346FA zeichnet sich jedenfalls schon länger ab. Erst im Sommer wurden im Verteidigungsministerium die Leonardo als „alternativlos“ bezeichnet, weil nur sie alle 78 Leistungskriterien erfüllt hätten, die beiden anderen Mitbewerber dagegen lediglich 61 bzw. 26.

Italienische Flieger ersetzen die Saab 105.
Italienische Flieger ersetzen die Saab 105.(Bild: Paul Tikal)
2022 hat das Heer 36 Leonardo-Hubschrauber gekauft.
2022 hat das Heer 36 Leonardo-Hubschrauber gekauft.(Bild: Bundesheer)

Wie hoch der Kaufpreis im Detail ist, ist noch nicht ganz klar. Ursprünglich war von 1,1 Milliarden Euro die Rede. Zuletzt wurden aber schon 1,6 Milliarden kolportiert. Kritik wurde im Vorfeld aber daran laut, dass sich Österreich verteidigungstechnisch längerfristig an Italien bindet. Der italienische Hersteller Leonardo beliefert das Bundesheer nämlich bereits mit 36 Hubschraubern AW-169.

20 bis 30 Prozent des Kaufpreises sollen jedoch in Form von Gegengeschäften in Österreichs Wirtschaft zurückfließen. Anders als bei den umstrittenen Eurofighter-Geschäften vor 25 Jahren werden diesmal keine zwielichtigen Waffenhändler und Lobbyisten zwischengeschaltet, sondern die Verträge direkt zwischen den Ländern vermittelt. Die Finanzprokuratur wird dabei als Kontrollinstanz den rechtlichen Rahmen abstecken.

Kampfpiloten-Ausbildung wird nach Österreich zurückgeholt 
Mit den neuen Flugzeugen holt das Bundesheer die Ausbildung von Piloten wieder zu 100 Prozent nach Österreich zurück. Seit dem Ausscheiden der Saab wurde die Kampfpiloten-Ausbildung für teures Geld nach Italien und Deutschland ausgelagert. Mit den Jets werden aber nicht nur Flugschüler ausgebildet, sondern auch den Luftraum überwachen. Im Preis inbegriffen sind Ausbildungsstunden, Wartungspaket, Simulatoren und Waffen.

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