Do, 21. Juni 2018

9.0 : Live

09.12.2005 08:08

Slipknot präsentieren ihr erstes Live-Album

Slipknot gelten nicht nur als Kinderfresser, gemeinsam mit Schockrocker Marylin Manson verführen sie auch die Jugend und zeichnen sich, so die Meinung einiger Konservativer, für diverse Schul-Massaker verantwortlich. Trotz allem verkaufen die maskierten Musiker Millionen von Alben. Kurzum: Man hasst sie oder man liebt sie. Jetzt gibt es von der neunköpfigen Truppe das erste offizielle Live-Album.

Gleich zu Beginn ihres Live-Album "9.0:Live" beweisen Slipknot ihren Sinn für Humor: Ein Sprecher betritt die Bühne und verkündet die Absage des bevorstehenden Konzerts. Natürlich finden die Fans das weniger lustig. Bevor sie jedoch alles in Schutt und Asche legen können, beginnen ihre Idole doch noch das Konzert.

Was dann folgt, lässt sich für Nicht-Slipknot-Fans nur schwer in Worte fassen: Auf insgesamt 24 Songs liefern die Clowns ein musikalisches Brett nach dem nächsten. Was Drummer Joey da mal wieder aus seinem Set rauszaubert, ist schier unglaublich und sorgt für Druck aus allen Boxen. Wer von den Qualitäten des Schlagzeugers nicht überzeugt ist, der wird spätestens bei Joeys "Drum Solo" eines besseren belehrt.

Ansonsten bieten Slipknot eine gute Mischung aus älteren und aktuellen Songs ihrer drei Studio-Alben. Klassiker wie "Wait and bleed", "(Sic)" oder "Spit it out" sind da ebenso vertreten wie "Left behind", "People = Shit" oder die Mitgröl-Nummer "The Heretic Anthem". Vom letzten Album schaffen es Songs wie "Duality", "Vermillion" oder "The Nameless", die vielleicht melodiöseste Nummer, auf das Live-Album.

Während die Backline perfekte Arbeit leistet, kann Frontmann Corey leider nicht überzeugen. Mit der Studioaufnahme zu "Vermillion Pt. 2" oder "Bother", von seiner anderen Band "Stone Sour", bewies Corey ja sein stimmliches Talent. Live ist davon leider kaum noch etwas zu hören. Vielleicht bekommt er durch seine Maske einfach zu wenig Luft oder verschwendet zu viel Energie für die peinlichen Zwischenansagen - auf jeden Fall verhunzt sein Gekeuche die perfekte Arbeit der restlichen Musiker.

"9.0 : Live" ist für Fans, trotz Abstrichen beim Gesang, ein Pflichtkauf. Wer erst nach und nach das Phänomen "Slipknot" ergründen und begreifen möchte, der sollte vielleicht eher mit den Studio-Alben beginnen.

Fazit: 7 von 10 maskierten Rächern

von Sebastian Räuchle

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