Gelockerte Bau-Auflagen, ein anderer Betreuungsschlüssel an Randzeiten und Kooperationen zwischen Kommunen sollen die Kinderbetreuung in der Steiermark effizienter und günstiger machen. Die FPÖ-ÖVP-Landesregierung hat am Donnerstag einen neuen Maßnahmenkatalog präsentiert.
Jahr für Jahr gehen aufgrund der Gruppengrößen-Reform Kindergartenplätze verloren – viele Millionen Euro muss die öffentliche Hand deswegen in den Ausbau stecken. Erst kürzlich attestierte der Landesrechnungshof „gehörigen Aufholbedarf“: Den Wegfall der Plätze habe man bis dato nicht kompensieren können, beim ganztägigen Betreuungsangebot ortet man ein „Stadt-Land-Gefälle“.
Diesen Problemen will man nun mit einem neuen „Maßnahmenkatalog für eine qualitätsvolle und finanzierbare Kinderbildung und -betreuung“ begegnen. Im vergangenen Betreuungsjahr kamen 92 neue Kindergarten-Gruppen dazu, sagt Bildungslandesrat Stefan Hermann (FPÖ). „Wir haben einen Überbedarf, also mehr Plätze als Kinder.“ Im Fokus stünde deswegen die Bedarfsplanung, sagt Landesvize Manuela Khom (ÖVP). „An Deregulierung und Bürokratieabbau haben wir auch hier gedacht.“
Vorschläge mit Trägern und Gemeinden diskutieren
Für den Maßnahmenkatalog hat man im Gespräch mit den Trägern, den Gemeinden und Familien Vorschläge und Initiativen gesammelt, die Verwaltung hat diese analysiert – und jetzt will wiederum das Land „mit Vorschlägen auf die Betroffenen zukommen, um dann einen Gesetzwerdungsprozess zu startet“, sagt Hermann.
Und was steht nun genau im Maßnahmenkatalog? Hier ein Überblick.
NEOS: Millionen vom Bund nicht abgeholt
Der Bund stellt den Ländern bis 2027 Zuschüsse von 200 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, um die Kinderbetreuung auszubauen – allerdings habe die Steiermark im Kindergartenjahr 2023/24 24,6 Millionen Euro nicht abgeholt, kritisieren die NEOS und berufen sich auf Zahlen des Bildungsministeriums. „Während andere Bundesländer das gesamte Budget für ihre Familien ausschöpfen, lässt die Steiermark Geld liegen, das dringend gebraucht wird“, sagt NEOS-Chef Niko Swatek.
Bildungslandesrat Hermann sieht die Situation für das aktuelle Jahr anders: „Was die Mittel vom Bund angeht, liegen wir genau im Soll bis 2027.“ Es habe einen Fördercall für die Gemeinden gegeben, die beim Bau „massiv“ unterstützt würden.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.