Anfang letzter Woche musste der Arbeiter, der bereits eine wahre Odyssee mit seinem abgetrennten Arm hinter sich hat, erneut operiert werden. "Ein Knochenstück hat auf einen Nerv gedrückt", erzählt er, "scharf wie eine Nadel war das. Der Arm hat gejuckt und irgendwann sind die Schmerzen oberhalb der Prothese zu stark geworden", erklärt Aradi. Er musste die motorisch gesteuerte Kunsthand, mit der er bereits greifen gelernt hatte, abnehmen.
"Mussten Knochen nach vorne winkeln"
Professor Oscar Aszmann bestellte seinen "Wunderpatienten" zur neuerlichen Operation nach Wien. "Wir mussten den Knochen des Stumpfes um 90 Grad nach vorne winkeln", beschreibt der Chirurg den Eingriff. "Das ermöglicht ihm nun eine verbesserte Rotationsstabilität mit der Prothese."
Erst am 12. September war Tibor Aradi als stolzer Kunsthandträger aus der Reha entlassen worden, nur zwei Monate später kam dann der Rückschlag. Seit Donnerstag ist er wieder zu Hause in Halászi, Westungarn, und hofft, dass er seine Prothese bald wieder aus dem Regal nehmen kann. "Wenn die Wunde gut verheilt, können mir die Ärzte die Prothese vielleicht schon in der kommenden Woche wieder anlegen", hofft der 37-Jährige.
"Bei so einer schweren Sache muss man eben Geduld haben"
Ob das die letzte Operation gewesen ist? "Hoffentlich", meint der Arbeiter, der nun seit sechs Monaten im Krankenstand ist und schon vier schwere Eingriffe hinter sich hat. Das Lachen hat er dennoch nicht verlernt. "Ich nehme das alles mit Humor. Und bei so einer schweren Sache muss man eben Geduld haben", erklärt Aradi.
Manchmal macht sich der Familienvater aber auch Sorgen um seine Zukunft. "Bald wieder arbeiten ist mein größter Wunsch", gesteht er einmal mehr, "aber alles, was ich bisher in meinem Leben gemacht habe, kann ich mit der Kunsthand nicht mehr so leicht machen."
Mit abgetrenntem Arm im Kofferraum ins Spital
Tibors unglaubliche Geschichte ging im Mai um die Welt: Bei einem Arbeitsunfall war dem 37-Jährigen auf einer Bauschutt-Deponie sein rechter Arm abgetrennt worden. Er fischte ihn aus dem Staub, legte ihn in den Kofferraum und fuhr - mit der linken Hand an der Schaltung und den Knien am Lenkrad - noch selbst zur Not-OP ins Spital.
Im Wiener AKH wurde ihm der abgetrennte Arm zunächst angenäht, aufgrund von Komplikationen wenig später aber wieder abgenommen. Der Arbeiter bekam schließlich eine Prothese.










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