03.10.2013 11:28 |

Bis zu Stärke 4,2

Vier Erdbeben erschütterten Ostösterreich

In Ostösterreich hat am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag gleich mehrmals die Erde gebebt. Die Erdstöße waren in Wien sowie in Teilen Niederösterreichs und des Burgenlandes deutlich spürbar. Das Hauptbeben um 19.17 Uhr im Raum Ebreichsdorf im niederösterreichischen Bezirk Baden erreichte eine Magnitude von 4,2 nach Richter. "Über Nacht hat die Erde dann noch weitere vier Mal gebebt", berichtete Wolfgang Lenhardt von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

Das Epizentrum lag bei Neu-Guntramsdorf in Niederösterreich in einer Tiefe von acht bis zwölf Kilometern. Rund zweieinhalb Stunden später habe sich das erste Nachbeben mit einer Stärke von 2,9 ereignet. Nach Mitternacht bebte die Erde noch insgesamt drei Mal, wobei diese Erdstöße kaum noch wahrgenommen wurden.

Bei der Feuerwehr wurden unmittelbar nach den Beben keine Schäden gemeldet, lediglich einige besorgte Bürger griffen zum Telefon. Am Donnerstagvormittag gingen dann aber doch mehrere kleinere Schadensmeldungen ein. Dabei handle es sich allerdings nur um "kosmetische Schäden", so Lenhardt. "Vereinzelt gab es feine Risse im Verputz", sagte der Seismologe über die unmittelbaren Auswirkungen nach dem Hauptbeben.

"Geschwisterbeben" innerhalb weniger Tage
Lenhardt sprach in der "ZiB 2" von einem "isolierten Ereignis", das vermutlich nicht mit jenem Beben in Verbindung steht, das erst vor wenigen Tagen, am 20. September, mit einer Stärke von 4,3 den Raum Ebreichsdorf erschüttert hatte (siehe Infobox). Das Beben vom Mittwoch habe sich bereits in der Früh mit zwei Vorbeben der Stärke 2,0 und 2,1 angekündigt, sei ansonsten jedoch "nicht absehbar" gewesen.

Von den Auswirkungen her seien die beiden "Geschwisterbeben" vergleichbar gewesen, so Lenhardt. Etwa fünf bis sechs Tage könne es nun zu Nachbeben kommen, die jedoch lokal beschränkt auftreten und sich auf einen Umkreis von etwa 15 Kilometer um das Epizentrum begrenzen sollten.

Geringe Wahrscheinlichkeit für weitere Hauptbeben
Die Gefahr eines weiteren Hauptbebens sieht der Seismologe als eher gering an: "Die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass jetzt einmal eine Ruhe ist nach den kurzen Abständen." Bei den zwei Hauptbeben habe sich viel Druck abbauen können.

Das Wiener Becken ist eine der typischen Erdbebenzonen Österreichs. Vereinfacht gesagt driften die Flanken des Wiener Beckens auseinander, wodurch es immer wieder zu Brüchen in der Erdkruste kommt. Ebreichsdorf liegt in diesem Gebiet. In der Vergangenheit sind daher wiederholt stärkere Erdbeben, zuletzt im Jahr 2000, aufgetreten.

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