Auf der Bühne der Oper Graz treffen am Dienstagabend zwei Welten aufeinander: der Fußball und die Operette. Denn für eine konzertante Aufführung von „Roxy und ihr Wunderteam“ machen Sturm Graz und Oper Graz erstmals gemeinsame Sache. Wir haben Ex-Kicker Martin Ehrenreich und Sängerin Madina Frey vor der Premiere zum Interview gebeten.
Eigentlich will Roxy nur weg. Sie ist auf der Flucht vor ihrer eigenen Hochzeit, als sie einer Fußballmannschaft in die Arme läuft, die sie kurzerhand mit ins Trainingslager nimmt. So beginnt die Operette „Roxy und ihr Wunderteam“ von Paul Abraham, die in den 1920er-Jahren ein Riesenhit war und vor einigen Jahren wiederentdeckt wurde. Die gewitzten Liebeswirrungen rund um König Fußball haben auch zwei Grazer Institutionen zu einem unerwarteten Flirt verleitet. Sturm und die Oper machen für eine konzertante Aufführung des Klassikers gemeinsame Sache.
„Die Bühne ist für mich ein völliger Szenenwechsel“
Für Sturm läuft auf der Bühne der Oper mit Martin Ehrenreich ein Ex-Abwehrspieler auf, der mittlerweile im Management des Bundesligisten tätig ist – er fungiert als Moderator des Abends. Doch wie kam es eigentlich dazu? „In meiner Zeit im Marketing-Team von Sturm habe ich ein Video-Format gemacht, das so erfolgreich war, dass es sogar Opern-Intendant Ulrich Lenz gesehen hat“, erzählt er. Dieser hat dann bei ihm angefragt, ob er den Erzähler geben will. „Es hat mich schon Überwindung gekostet, weil die Bühne für mich schon ein völliger Szenenwechsel ist. Das ist eine Herausforderung, die mich schon einige Nächte schlecht hat schlafen lassen“, erzählt der Ex-Kicker, der mit Sturm Meister (2011) und Cupsieger (2010) war.
„Das kann ich verstehen“, sagt Musical-Sängerin Madina Frey, die in der Hauptrolle der Roxy zu hören sein wird. „Es würde mir nicht anders gehen, wenn ich bei Sturm am Feld auflaufen müsste.“ Denn mit Fußball hat sie nur als Zuseherin Erfahrung. „Aber ich sehe schon viele Parallelen zwischen der Arbeit auf der Bühne und auf dem Spielfeld“, sagt sie. „Man trainiert viel und hart, um ins Team oder ins Ensemble zu kommen, muss sich vor jedem Auftritt gut aufwärmen und es ist wichtig, dass die Chemie mit den Mitspielern stimmt“, zählt sie etwa auf.
„Es gibt kein Fußballspiel ohne Musik“
Und auch Ehrenreich sind sofort Parallelen aufgefallen: „Ich hatte bei der letzten Probe einen Moment, wo ich mich umgedreht habe und mir gedacht hab: Eigentlich ist das Bühnenszenario gut mit einer Fußballmannschaft zu vergleichen: Hinten der Chor ist wie die Abwehr, das Orchester ist das Mittelfeld, vorne die Solisten sind die Stürmer und der Dirigent als Spielmacher.“
Freilich: Singen muss der Ex-Kicker nicht unbedingt: „Das überlass ich den Profis, mich kostet die Moderation schon genug Nerven.“ „Schade eigentlich“, sagt Frey, „denn im Stadion wird sonst ja viel gesungen. Es gibt eigentlich kein Spiel ohne Musik.“ Denn Musik ist ein Ausdruck von Emotion – und davon gibt es sowohl im Stadion als auch auf der Bühne ja mehr als genug.
Am 8. und 22. April kann man den künstlerischen Doppelpass zwischen Madina Frey und Martin Ehrenreich auf der Bühne der Oper Graz erleben.
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