12.07.2013 17:16 |

Zu aufmüpfig?

Inhaftiertes Pussy-Riot-Mitglied soll verlegt werden

Eine der beiden inhaftierten Musikerinnen der russischen Punkband Pussy Riot, Maria Aljochina (Bildmitte), soll aus ihrem Straflager verlegt werden. Aljochinas Anwältin sagte am Freitag, ihre Mandantin habe aus verlässlicher Quelle erfahren, dass sie zur Verbüßung des Rests ihrer Strafe aus dem Straflager Beresniki im Ural verlegt werden solle. Ein Sprecher der regionalen Gefängnisverwaltung bestätigte die Information.

Während die Anwältin vermutet, dass die Anstaltsleitung eine unbequeme Gefangene loswerden möchte, nennt die Gefängnisverwaltung eine Anhörung vor einem Gericht in der Stadt Perm am 24. Juli als Grund. Deshalb werde Aljochina dorthin verlegt. Probleme habe es in Beresniki nicht gegeben. Der Sprecher ließ aber offen, ob die 25-jährige Musikerin und Aktivistin in das Straflager zurückgebracht werde.

Insgesamt muss Aljochina wie ihre Gesinnungsgenossin Nadeschda Tolokonnikova (re. im Bild) zwei Jahre Haft absitzen. Die Strafe gegen das dritte Pussy-Riot-Mitglied Jekaterina Samuzewitsch (li. im Bild) wurde auf Bewährung ausgesetzt. Die Musikerinnen waren im Vorjahr nach einem Protest-Konzert gegen Präsident Wladimir Putin in der Moskauer Erlöserkathedrale wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" verurteilt worden (siehe Infobox).

Anwältin: "Sie spricht, wenn Insassenrechte verletzt werden"
Im Mai wurde die Freilassung Aljochinas auf Kaution abgelehnt. Aus Protest gegen die Weigerung des Gerichts, sie zu einer Anhörung zuzulassen, sowie gegen die schlechte Behandlung anderer Mitgefangener war Aljochina im Mai elf Tage lang im Hungerstreik. "Sie ist nicht still, sie spricht, wenn sie die Rechte der Insassen verletzt sieht, und die Verwaltung ist ihrer überdrüssig", erklärte die Anwältin der Musikerin.

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