03.07.2013 17:00 |

Umbenennung möglich

159 Straßennamen laut Historikern in Wien bedenklich

Aufgepasst, wer in der Spundagasse, Wiesingerstraße oder am Kunschak-Platz wohnt. Hier könnten sich bald die Namen der Adresse ändern. Ein Historikerteam hat alle 4.379 personenbezogenen Straßennamen Wiens in Hinblick auf Antisemitismus und NS-Ideologie untersucht. 159 davon - wie auch die oben genannten - sind demzufolge bedenklich. Insgesamt kostete der Bericht 70.000 Euro.

Das Team um Uni-Professor Oliver Rathkolb hat drei Gruppen eingeteilt. Kategorie 1 - die sehr problematische Bezeichnungen umfasst - enthält 28 Persönlichkeiten, wie den Radsportler Franz Dusika, Dichterin Maria Grengg oder die Politiker Wilhelm Neusser und Karl Lueger - wie berichtet wurde der Dr.-Karl-Lueger-Ring bereits in Universitätsring umbenannt.

In Gruppe 2 – hier besteht noch Diskussionsbedarf - fallen 56 Namen. Franz Lehár, Paula Wessely, Julius Tandler oder Karl Renner sind hier aufgelistet. Beim Rest gebe es zumindest "biographische Lücken".

Kopf fordert Umbenennung von Renner-Ring
Der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) zur Causa: "Umbenennungen wird es geben. Aber nur als Ausnahme." Die Kommission rät, Zusatztafeln anzubringen. Das will auch Mailath, ebenso wie eine überparteiliche Diskussion über belastete Politiker. Erste Reaktion von VP-Klubobmann Karlheinz Kopf: Er fordert, den Dr.-Karl-Renner-Ring in Parlamentsring umzutaufen.

Der gesamte Bericht der Historiker ist unter wien.at abrufbar.

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