"Krone": Herr Bjelica, der erste freie Sonntag nach einer Woche als Austria-Trainer. Wie und wo verbringt man den?
Nenad Bjelica: Ich bin in Brunn am Gebirge. Mein Sohn Luan hat ein U10-Turnier. Er spielt bei Austria Klagenfurt.
"Krone": Und wie läuft‘s?
Bjelica: Einmal verloren, ein Remis.
"Krone": Sie haben gerade Ihr erstes Testspiel (gegen Ybbs) absolviert und 5:0 gewonnen. Was nimmt man mit?
Bjelica: Ich hatte nur 13 Feldspieler, das heißt, einige hatten schon schwere Beine. Alles andere wäre in der Anfangsphase der Vorbereitung auch merkwürdig. Aber ich bin so weit zufrieden.
"Krone": Austria hat eine schwere Auslosung zum Bundesliga-Start, in Runde zwei geht’s gegen Salzburg, in Runde vier gegen Rapid...
Bjelica: Ich bin so frech und sage, wir haben nach vier Runden zwölf Punkte. Das ist meine Philosophie. Es geht um Erfolg, und der hat nicht zwingend mit Schönheit zu tun.
"Krone": Aber bei der Austria geht es nicht nur ums Gewinnen, sondern auch um schönen Fußball.
Bjelica: Verstehen Sie mich nicht falsch. Die Austria hat letztes Jahr wunderschönen Fußball gespielt. Genau diese Linie werde ich fortsetzen. Ich will es nicht kopieren, sondern darauf aufbauen und weiterentwickeln.
"Krone": Wollten Sie deswegen einen leistungsbezogenen Vertrag?
Bjelica: Die Austria ist eine Herausforderung. Ich will hier etwas bewerkstelligen, worauf ich stolz sein kann. Deswegen lege ich mir Druck auf. Ich will nach einem Jahr zufrieden sein und eine Vision haben. Habe ich das nicht, dann habe ich etwas falsch gemacht.
"Krone": Wie haben Sie die ganze Transfer-Diskussion um Philipp Hosiner mitbekommen?
Bjelica: Ich weiß nur, er kommt zum nächsten Training.
"Krone": Was war Ihr Karriere-Highlight?
Bjelica: 1995 habe ich mit Albacete im Nou Camp im letzten Spiel von Ronald Koeman das 1:0-Siegestor gegen Barcelona erzielt. 2000 wurde ich mit meinem Heimatverein Osijek Herbstmeister, Spieler des Jahres in Kroatien, und wir stiegen erstmals in der Klubgeschichte in die dritte Runde des UEFA-Cups auf.
"Krone": In Runde zwei haben Sie damals Rapid geschlagen.
Bjelica: Genau.
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