Mo, 20. Mai 2019
18.06.2013 11:40

Rausschmiss droht

Empörung über dekadente Mönche in Thailand

Thailands buddhistische Mönche stehen unter Beobachtung: Am Montag verkündete das Nationale Buddhismus-Amt, die oberste Vereinigung der Glaubensgemeinschaft, die Mönche des Landes im Auge zu haben. Grund ist die wachsende Dekadenz der Glaubensbrüder, die immer wieder mit Luxusbesitztümern, Alkoholkonsum oder Sex-Affären auffallen. Jüngster Aufreger ist ein Video, das Mönche im Privatjet zeigt (oben klicken).

Fliegersonnenbrillen, Luxus-Handgepäck und ein Privatjet - mit so viel Prunk will das Nationale Buddhismus-Amt die Religion in Thailand nicht verbunden wissen. Schließlich schreibt der Buddhismus den Mönchen vor, ein Leben ohne materiellen Besitz zu führen. Im Land gehen seit Auftauchen des Videos vor einigen Wochen die Wogen hoch - Mönche wie Buddhisten empören sich über den dekadenten Lebensstil, der offenbar in Teilen der Glaubensgemeinschaft gepflegt wird.

"Diese protzige Zurschaustellung - mit Sonnenbrille und einer Louis-Vuitton-Tasche - ruft regelrecht nach der Kritik von Laien", sagte der Leiter des Nationalen Buddhismus-Amts, Nopparat Benjawattantnun, am Montag.

Mönche unter Beobachtung
Benjawattantnun erklärte, man habe das Verhalten von Mönchen im ganzen Land im Blick. Die im Video gezeigten Mönche gehörten einem Kloster im Nordosten des Landes an - sie seien verwarnt worden, ihr verschwenderisches Auftreten nicht zu wiederholen. Ein gläubiger Buddhist habe den Privatjet eigens dafür gechartert, um die Mönche von Bangkok in ihren Heimatort Si Sa Ket zu bringen. Der Leiter des Tempels wollte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AP nicht zum Video äußern, bestätigte aber, dass die Mönche dem Kloster angehören.

Alkohol, Sex und Erpressung
Doch es ist bei Weitem nicht nur ein Tempel, der Probleme macht: Allein letztes Jahr wurden 300 der 61.416 buddhistischen Mönche und Novizen in Thailand verwarnt, berichtet die AP. In mehreren Fällen sei sogar das Mönchtum aberkannt worden. Die Vergehen reichten von Alkohol- und Drogenkonsum über Sex mit Prostituierten bis hin zu Erpressung. Das Nationale Buddhismus-Amt untersuchte außerdem Fälle von unerlaubt autofahrenden Mönchen sowie Betrug und angebliche schwarze Magie.

Bitte an Anhänger: Keine Luxusgeschenke mehr
Benjawattantnun sieht die moderne Welt als Grund für den Sittenverfall an: Zu Zeiten Buddhas habe es keine Autos, Smartphones und Kameras gegeben, es sei einfacher gewesen, die Regeln zu befolgen. Um die Mönche auf dem richtigen Weg zu halten, sei auch die Bevölkerung gefragt: "In vielen Fällen waren es die Anhänger, die den Mönchen den Luxus gaben. Manche haben ihnen Sportwagen gekauft. Das ist auf keinen Fall notwendig."

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