Um 2,5 Millionen Euro ist ein riesiges Areal mitten in Zwettl zu haben. Die Pläne für das EKZ, das man in der Planungsphase „Kampcenter“ nannte, sind passé. Einst kostete der Grund deutlich weniger, mit der neuen Widmung erfuhr das Areal aber eine deutliche Wertsteigerung. Jetzt will man ausloten, was auf der Fläche vernünftig ist.
Ungünstiger als knapp vor der Gemeinderatsratswahl kann für die ÖVP in Zwettl das Thema „Hahn-Areal“ neben dem innenstadtnahen Kino und Parkhaus nicht kommen. Denn nachdem EKZ-Betreiber Reinhold Frasl bereits 2008 das Areal mit Widmung „Grünland-Gärtnerei“ um rund 900.000 Euro gekauft hatte, entwickelte sich neben der historischen Stadtmauer eine wahre Steppenlandschaft.
Riesiger Dorn, mächtige Kritiker. . .
Die Einöde im Herzen von Zwettl steckt wie ein riesiger Dorn im Fuß der sonst fitten Waldviertler, denn im Laufe der Jahre hatte die Stadtführung für das Einkaufszentrumsprojekt wirklich viel auf sich genommen, um mit dieser Idee wieder mehr Leben in die Innenstadt zu bekommen. Gegen das „Kampcenter“, wie es im Zuge der Planungen genannt wurde, traten mächtige Kritiker, wie Christof Kastner von der gleichlautenden Handelsgruppe auf. Trotzdem setzte man 2017 die Widmung in „Bauland Kernzone Handelseinrichtungen“ um.
EKZ schon immer ein rotes Tuch für Grüne
Die wesentliche Wertsteigerung des Grundstückes trieb auch die Zwettler Grünen mit Chefin Silvia Moser immer wieder auf die Palisaden und führte auch zum Misstrauensantrag gegen den ehemaligen Stadtchef Herbert Prinz.
Preis fast verdreifacht
Nach Jahren in der Versenkung und der Unerreichbarkeit für die Stadt soll sich Frasl jetzt mit einem Verkaufsangebot an die Zwettler Immobiliengesellschaft, die vor Jahren von heimischer Sparkasse, Raiffeisenbank und der Stadt zur Erschließung von Wohnraum gegründet wurde, gewandt haben: Der stolze Kaufpreis beläuft sich auf 2,5 Millionen Euro, also fast das Dreifache des damaligen Kaufpreises.
Streit im Gemeinderat
Für einen einjährigen Kaufoptionsvertrag wurde im Gemeinderat ein Dringlichkeitsantrag gegen die Grünen beschlossen. „Es geht nicht darum, den Ankauf durch die Immo GmbH zu verhindern. Es geht darum, davor abzuklären, ob es noch irgendwelche anderen rechtlichen Möglichkeiten gibt. Die ÖVP und in Folge der Gemeinderat sind hier ja anscheinend schon mal einer Immobilienspekulation auf den Leim gegangen“, wettert die grüne Moser.
Bürgermeister: „Thema hat große Bedeutung“
Stadtchef Franz Mold (ÖVP) hält dagegen: „Ich war selbst überrascht, als sich Frasl plötzlich meldete und das Angebot unterbreitete. Auch wenn ein anderer Zeitpunkt günstiger wäre, muss man das Thema gleich und auch vor der Wahl angehen, weil es große Bedeutung für Zwettl hat.“
Mit dem Optionsvertrag entwickelt die GmbH nun eine wirtschaftliche Machbarkeitsstudie, welche Nutzungen auf dem Areal – die Stadt hat das Vorkaufsrecht – sinnvoll und wirtschaftlich sind. Dafür hat man jetzt ein Jahr Zeit.
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