„Volk Ehre machen“

Geheimdienste sollen in Syrien aufgelöst werden

Außenpolitik
29.12.2024 09:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Syriens neuer Geheimdienstchef Anas Khattab hat die Auflösung aller Geheimdienstorganisationen und eine grundlegende Neuorganisation angekündigt. Die unter dem gestürzten Langzeitmachthaber Bashar al-Assad als Instrument der Unterdrückung gefürchteten Geheimdienste würden vollständig aufgelöst, erklärte Khattab.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur SANA berichtete, sollten die Sicherheitsdienste neu strukturiert werden, „dass sie unserem Volk Ehre machen“, versprach demnach Khattab.

Sicherheitsapparat habe „schweres Leid“ verursacht
Khattab beklagte in einer von SANA verbreiteten Erklärung „die Unterdrückung und Tyrannei des alten Regimes“ unter Assad. Dieses habe der Bevölkerung mithilfe des Sicherheitsapparats schweres Leid zugefügt. „Die Sicherheitsdienste des alten Regimes waren zahlreich und vielfältig, aber allen war gemeinsam, dass sie dem Volk aufgezwungen wurden, um es fünf Jahrzehnte lang zu unterdrücken“, erklärte der neue Geheimdienstchef.

Im Foltergefängnis wurde die bis vor dem Sturz des Assad-Regimes verwendete Flagge auf die Wand ...
Im Foltergefängnis wurde die bis vor dem Sturz des Assad-Regimes verwendete Flagge auf die Wand gemalt.(Bild: APA/Associated Press)

Geheimdienste unter Assad wichtiger Macht- und Repressionsfaktor
Während der jahrzehntelangen Herrschaft von Bashar al-Assad und dessen Vater Hafez verschwanden zahllose Menschen in den von den Geheimdiensten betriebenen Gefängnissen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben allein während des syrischen Bürgerkrieges in den vergangenen fast 14 Jahren mehr als 100.000 Menschen in syrischen Gefängnissen, viele davon unter Einwirkung von Folter.

Kämpfer unter Führung der islamistischen HTS-Miliz hatten am 8. Dezember Damaskus erobert und die jahrzehntelange Herrschaft von Assad in Syrien beendet. Assad, dem Entführung, Folter und Ermordung von Andersdenkenden vorgeworfen werden, floh nach Russland.

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