Beschneiung wirkt

Moderne Technik hilft Skigebieten bei Klimakrise

Oberösterreich
10.12.2024 11:20
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Klirrend kalte Winter sind in unseren Breiten zur Seltenheit geworden. Kleine, weniger hoch gelegene Skigebiete kämpfen mit Schneemangel und daher um ihre Existenz. Woanders sorgt die moderne Technik sogar für bessere Planbarkeit des Pistenvergnügens.

Verschiedener könnte die Skiwelt nicht sein. „Wir hatten schon am ersten Wochenende 3800 Besucher in Hinterstoder. Und am Frauenkar haben wir bis zu 70 Zentimeter Neuschnee“ – Helmut Holzinger, Vorstandsdirektor der Hinterstoder-Wurzeralm Bergbahnen, ist über den guten Saisonstart „sehr froh“. Ganz anders schaut es in Weyregg am Attersee aus: Nach 61 Jahren sperren dort die Wachtberglifte heuer erstmals nicht mehr auf.

Lift musste zusperren
Der bisherige Betreiber Wolfgang Spießberger hat sich zur Ruhe gesetzt und sagt: „Es war niemand mehr bereit, das zu übernehmen.“ Mit ein Grund dafür sei gewesen, dass das kleine Skigebiet mit immer weniger Schnee zu kämpfen hatte. Wird dieses Schicksal durch die Klimakrise bald noch mehr Liftbetreiber in Oberösterreich treffen?

„War früher nicht so möglich“
„Man kann sicher noch lange Skifahren“, sagt dazu Klimaforscher Roland Koch von Geosphere Austria. Die Höhe und die Lage eines Skigebiets seien für den Schnee ausschlaggebend – und die Beschneiung. Die Technik sorge heute sogar für planbarere und bessere Pistenverhältnisse, meint auch Holzinger: „Wir können innerhalb von wenigen Tagen so beschneien, dass die gesamte Infrastruktur funktioniert. Das ist früher nicht möglich gewesen.“

„Krone“-Kommentar
Ein Idyll als Illusion

Zumindest mit Maschinenschnee funktioniert er noch, der einst viel gepriesene Pistenzauber: Skifahren ist wirklich das „Leiwandste, was man sich nur vorstellen kann“. Aber nur, wenn man sich links und rechts an der Schneebrille Scheuklappen montiert. Denn dann sieht man nicht, wie man auf einem mühsam präparierten weißen Band durch die eigentlich grüne Landschaft flitzt.

(Bild: Krone KREATIV, Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Den Winter wie früher gibt’s nicht mehr. Der Winter wie heute strapaziert die Leidensfähigkeit und das Geldbörsel der Skibegeisterten. Der schönste Sport der Welt wird immer mehr zu einem Idyll, das es nur als Illusion gibt.

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