Die psychiatrische Sachverständige Adelheid Kastner bescheinigte dem Slowenen zu Beginn des Prozesses eine "Bewusstseinsstörung" sowie eine "geistig-seelische Abartigkeit höheren Grades".
Der gebürtige Slowene schilderte in der Verhandlung, wie er immer wieder die Anerkennung seines 81-jährigen Vaters, der schon sehr lange von der Familie getrennt in Graz lebt, gesucht hat. Ab und zu hatte er bei ihm übernachtet, und bei einer solchen Gelegenheit im August vorigen Jahres war die Situation letztlich eskaliert.
"Die Stimmen haben nicht aufgehört"
Zunächst saßen die beiden friedlich vor dem Fernseher, als der 19-Jährige plötzlich Stimmen hörte. "Schlag zu", sollen sie gesagt haben, und: "Er ist ein Schwein!" Um sich abzulenken, schrieb der junge Mann auf einen Zettel, warum er seinen Vater nicht schlagen dürfe.
"Die Stimmen haben aber nicht aufgehört", so der Slowene. Dann wollte er Musik hören, doch der Vater schimpfte, weil er die CDs durcheinanderbrachte. Da rastete der Sohn aus und ging auf den älteren Mann los. Er drosch auf ihn ein, würgte ihn zwischendurch und versetzte ihm etliche Tritte.
"Hab' gedacht, das sind die Perchten"
Die Nachbarn hörten den Lärm und verständigten die Polizei, die allerdings nicht in die Wohnung konnte, da die Türe besonders gesichert war. Also riefen die Beamten durch das Fenster der Parterrewohnung, er solle aufhören. Der 19-Jährige sah zwar die Polizisten am Fenster, hörte aber nicht auf: "Ich hab' gedacht, das sind die Perchten", meinte er. Schließlich gelangten die Beamten in die Wohnung und überwältigten den Mann.
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