„Georgischer Traum“ nennt sich die Partei, die diese kaukasische Ex-Sowjetrepublik in den Schoß Russlands zurückführen will. Dagegen wehr sich der pro-europäische Teil der Bevölkerung seit Tagen mit Massendemonstrationen, die den Charakter eines Volksaufstandes annehmen.
Georgien ist das Musterbeispiel für Putins langfristige Strategie, um Russland herum ein kremltreues Vorfeld zu schaffen. In der Ukraine ist es Krieg, in Belarus Lukaschenko, in Georgien Bidsina Iwanischwili. Dieser „Pate“ von Georgien und dubiose Oligarch war 2003 mit einem Milliardenvermögen aus Russland in seine Heimat zurückgekehrt. 2013 kippte er Präsident Saakaschwili aus dem Amt, der Georgien in die NATO führen wollte. Nächstes Ziel war, den Kurs Georgiens an die EU zu vereiteln. Bei der jüngsten Parlamentswahl, die weder frei noch fair war, hat seine Partei „Georgischer Traum“ die Mehrheit erhalten. Daraufhin wurden die Beitrittsverhandlungen zur EU beendet.
Schon in den Jahren vorher hatte Iwanischwili systematisch den Machtapparat der Republik infiltriert. Damit vollendet sich das Konzept des Kremls: statt gewaltsamer Machtergreifung eine leise Machterschleichung.
In den Straßen der georgischen Hauptstadt Tbilisi (Tiflis) wird um den Weg aus dem georgischen (Alb-) Traum in den europäischen Traum gerungen. Hier im Kaukasus hat die EU mehr Anhänger als in der EU selbst.
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