Jürgen Säumel kämpft am Mittwoch (18.45) gegen Girona auch um seine Chance auf den Cheftrainerposten bei Sturm. Es wäre ein Aufstieg, wie ihn einst auch Superstars wie Jogi Löw, Jürgen Klopp und Hansi Flick geschafft haben.
Beflügelt vom 7:0-Kantersieg bei seinem Debüt gegen Klagenfurt geht Jürgen Säumel am Mittwoch in der Wörthersee Arena (live auf Canal +) gegen Girona, die große Sensation der abgelaufenen spanischen Meisterschaft, in sein zweites Spiel als Sturms Interimscoach. Klar wäre der erste Punktegewinn in der Champions League ein Top-Argument für einen Wechsel vom „Nothelfer“ zu einer „Permanentlösung“. Ein Weg, den schon einige spätere Weltklasse-Trainer gegangen sind.
„Der Kapitän ist wieder da“, donnerte es in Sturms Ultrablock nach der begeisternden Torlawine gegen Klagenfurt – keine Frage: Sehr viele Fans in Graz fänden eine Fixübernahme durch die Ex-Kapitäne Jürgen Säumel und Michael Madl als vielversprechende Idee. Eine mutige Personalentscheidung stellte sich ja schon bei einigen internationalen Vereinen als Goldgriff heraus:
1996 stand der VfB Stuttgart (mit den späteren Sturm-Spielern Franco Foda und Frank Verlaat) nach dem Abgang von Rolf Fringer zum Schweizer Nationalteam vor der „Cheffrage“. Die italienische Legende Nevio Scala war für Boss Mayer-Vorfelder eigentlich die erste Wahl – als Interimslösung gab er aber Co-Trainer Jogi Löw die Chance. Von dem hat niemand etwas erwartet, aber das Unfassbare trat ein: Balakov, Elber, Bobic & Co. holten fünf Siege und ein Remis – und „Jogi“ war der neue Chef. Der Rest ist bekannt: 2014 gewann er als Teamchef mit Deutschland den WM-Pokal.
2001 war Mainz in der 2. deutschen Liga fast nicht mehr zu retten – Coach Krautzun wurde entlassen. Manager Heidel entschied, es die Spieler selbst versuchen zu lassen. Der verletzte Stürmer Jürgen Klopp stellte auf, gewann sechs der ersten sieben Spiele (ein Remis) und Mainz blieb sensationell in der Liga. Danach wurde „Kloppo“ mit Dortmund und Liverpool Meister, Champions-League-Sieger, mehrfacher Pokalsieger und Weltklubtrainer.
2019 folgte „Co“ Hansi Flick bei Bayern München Niko Kovac interimistisch nach, siegte auf Anhieb viermal, stürmte von Rang vier mit 32 ungeschlagenen Spielen vorzeitig zum Meistertitel. Mit dem Gewinn der Champions League schaffte er sogar ein historisches Sextuple.“
Auch Sturms Torhüterriese Kjell Scherpen kennt so eine Interims-Story aus Brighton: Dort ist der Deutsche Fabian Hürzeler der Boss. Der begann bei St. Pauli als Interimschef, führte die Hamburger zum Aufstieg – und ist nun als „deutsches Wunder“ mit 31 Jahren Headcoach in der Premier League bei Scherpens Arbeitgeber.
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