„Organisation kopflos“

Israel: Nasrallahs Nachfolger vermutlich tot

Ausland
08.10.2024 23:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der aussichtsreichste Nachfolger des getöteten Hisbollah-Anführers Hassan Nasrallah ist offenbar ebenfalls von Israel ausgeschaltet worden. Verteidigungsminister Yoav Gallant ließ am Dienstag aus seinem Büro wissen: „Die Hisbollah ist eine kopflose Organisation – Nasrallah wurde ausgeschaltet, und sein Nachfolger wurde wahrscheinlich ebenfalls ausgeschaltet.“

Premierminister Benjamin Netanyahu schlug am Dienstagabend in einer Videoansprache in dieselbe Kerbe, seine Armee habe „Tausende Terroristen ausgeschaltet, darunter Nasrallah selbst und Nasrallahs Nachfolger und den Nachfolger seines Nachfolgers“. Weder Gallant noch Netanyahu nannten dabei den Namen des Hashem Safieddines.

Der Nachrichtensender Al-Jazeera hatte vor einigen Tagen berichtet, die Hisbollah habe den Kontakt zu Safieddine verloren. Die Hisbollah wies die Berichte als falsch zurück. 

Der hochrangige Hisbollah-Anführer war Berichten zufolge Ziel eines massiven israelischen Bombardements in der libanesischen Hauptstadt Beirut in der vergangenen Woche. Er ist ein Cousin des getöteten Nasrallah und soll gute Verbindungen zum Iran haben. Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari teilte mit, das Militär untersuche die Ergebnisse des Angriffs auf das Geheimdiensthauptquartier der Hisbollah in Beirut, in dem sich demnach auch Safieddine aufgehalten haben soll, derzeit noch. Nasrallah selbst war bei einem Luftangriff Ende September getötet worden.

Hisbollah-Tunnel Richtung Israel zerstört
Hisbollah-Vizechef Naim Qassem, der die Miliz nach der Tötung Nasrallahs übergangsweise anführt, sagte indes in einer Fernsehansprache, die israelischen Angriffe seien zwar „schmerzhaft“ gewesen, die Hisbollah sei jedoch weiterhin „perfekt organisiert“ und ihre Fähigkeiten blieben „gut“.

Gleichzeitig erklärte die israelische Armee, dass ein bereits vor Monaten entdeckten Hisbollah-Tunnel, der hinüber auf israelisches Territorium reichte, nunmehr zerstört worden sei. Der Tunnel soll Teil eines Plans der vom Iran unterstützten Miliz gewesen sein, Israel zu infiltrieren, um dort Menschen zu töten und zu entführen.

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