Grund zum Feiern hatte am Wahlsonntag nur die FPÖ, gute Laune herrschte bei den Neos vor. Bei allen anderen Parteien war die Stimmung gedämpft. Die Reaktionen im Detail.
In Jubel brach die FPÖ in ihren Klubräumen im Landhaus in Eisenstadt aus, als Sonntag kurz nach 17 Uhr die erste Hochrechnung über die Bildschirme flimmerte. „Wir können mit dem Ergebnis, das wir geschafft haben, sehr, sehr zufrieden sein“, war die spontane Reaktion des freiheitlichen Landesobmannes Alexander Petschnig. Ihm, dem dritten Nationalratspräsidenten und Spitzenkandidaten Norbert Hofer sowie allen Wegbegleitern war die Freude ins Gesicht geschrieben.
Historischer Erfolg
Für sie ist die Wahl ein historischer Erfolg. „Unseren Rekord von 26,9 Prozent im Jahr 1999 konnten wir sogar noch deutlich übertrumpfen“, merkte Petschnig an, der sich gegen 20 Uhr schon auf der Fahrt zur blauen Siegesfeier nach Wien befand. Er sieht im Wahlausgang einen klaren Fingerzeig der Bevölkerung, die sich eine neue Politik erwarte.
Ein Mandat der SPÖ weg
Mit Platz drei im Burgenland spricht man bei der SPÖ freilich von „keinem Tag zum Jubel“. Eines von zwei Mandaten ist weg. „Wien verdient mehr Burgenland“, hieß es noch im Wahlkampf, Sonntagabend dann, dass die burgenländische Sozialdemokratie trotz des großen Einsatzes vom Negativ-Trend mitgezogen worden sei. „Die Österreicher haben der Politik ganz klar ausgerichtet, was ihnen wichtig ist – Teuerung, Asyl und Migration sowie gerechte Löhne. Diese Themen konnten andere Parteien offensichtlich glaubwürdiger besetzen“, sagte SPÖ-Landesgeschäftsführerin und Landeslisten-Zweite Jasmin Puchwein.
ÖVP: „Regierende haben es schwerer“
In der ÖVP-Landesparteizentrale in Eisenstadt hielt sich die Stimmung ebenfalls in Grenzen: „Das ist nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft haben“, sagte Landesobmann Christian Sagartz. Man habe bis zum Schluss gekämpft, trotzdem habe es nicht gereicht. „Auch heute hat es sich wieder gezeigt: Regierende haben es in Krisenzeiten schwerer als die Opposition“, erklärte Sagartz. Gleichzeitig hätten ausgerechnet Populisten den Vorteil, Kritik üben zu können, ohne echte Lösungen anbieten zu müssen.
Grüne enttäuscht
„Das ist kein Ergebnis, über das ich mich freue“, meinte die Landessprecherin der Grünen, Anja Haider-Wallner, nach der ersten Hochrechnung. Es sei ein Auftrag, Zusammenhänge von alltäglichen Problemen klarer aufzuzeigen – etwa, was der Klimaschutz bedeute, wenn das Hochwasser kommt.
Neos erfreut
Bei den Neos herrschte angesichts des Ergebnisses Freude: „Es zeigt, die Menschen wollen Reformen. Auch im Burgenland treten wir als die treibende Kraft an. Wir sind die einzige Partei, die für positive Veränderung steht“, so Landessprecher Christoph Schneider.
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