Mit explosiver Ladung

Malta verwehrt „russischem“ Frachter die Einfahrt

Ausland
24.09.2024 15:35
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seit Tagen versucht der beschädigte Frachter Ruby mit rund 20.000 Tonnen Ammoniumnitrat an Bord nach einem Hafen. Nachdem der Versuch in Nord- und Ostsee missglückt ist, hat nun auch Malta ein entsprechendes Ansuchen verweigert. Das für Russlands „Schattenflotte“ eingesetzte Schiff müsse erst seine explosive Ladung loswerden, heißt es von der Verkehrsbehörde Valletta. 

Die unter maltesischer Flagge fahrende Ruby befindet sich derzeit in der Nordsee auf dem Weg zurück ins Mittelmeer. Zuvor lag sie mehrere Tage lang vor der Südküste Norwegens. Sowohl Norwegen als auch Schweden und Litauen verweigerten ihr die Einfahrt. Daraufhin hatte das Schiff Kurs auf Malta aufgenommen, wo es am 8. Oktober eintreffen sollte, wie aus Online-Angaben der Schiffs-Trackingdienste Vesselfinder und Marinetraffic hervorgeht.

Ammoniumnitrat führte in Beirut zu Katastrophe
Der Weg des Frachters war wegen seiner Ladung von mehreren Anrainerstaaten der Nord- und Ostsee in den vergangenen Tagen genau verfolgt worden. Ammoniumnitrat gilt als Auslöser der Katastrophe im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut im August 2020, wo über Jahre große Mengen der Chemikalie unsachgemäß im Hafen gelagert worden waren.

Mehr als 200 Menschen kamen damals bei einer Explosion ums Leben. Es dient vor allem als Hauptbestandteil von Düngemittel, kann aber auch als Sprengstoff verwendet werden.

Fracht soll am Meer umgeladen werden
Die „Ruby“ war ursprünglich auf der nordrussischen Halbinsel Kola in See gestochen. Unter unklaren Umständen zog sie sich kurz nach dem Verlassen des russischen Hafens Schäden am Rumpf zu, fuhr jedoch weiter. Die vergangenen Tage verbrachte das 183 Meter lange Schiff in der Nordsee, ohne einen Hafen zum Einfahren zu finden.

Am Montag änderte es seinen Kurs und gab als Zielort den Hafen von Marsaxlokk im Südosten Maltas an. Die Behörde wies die Crew nun an, die Ladung auf Schiffe außerhalb der maltesischen Hoheitsgewässer umzuladen.

Teil von Russlands „Schattenflotte“?
Die „Ruby“ fährt zwar unter maltesischer Flagge, wird aber von einer libanesisch-syrischen Firma betrieben und das syrische Assad-Regime ist ein enger Verbündeter Russlands. Diese Umstände legen den Verdacht nahe, dass die „Ruby“ Teil von Russlands „Schattenflotte“ sein könnte.

Um westliche Sanktionen zu umgehen und weiter Rohstoffe wie Erdöl zu exportieren, unterhält Russland eine ganze Armada von offiziell herrenlosen Schiffen, die oft ohne Versicherung und in bedenklichen Zuständen über die Weltmeere kreuzen.

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