Salzburger Politiker sehen die Tiroler Landeshauptstadt als Vorbild bei den Wohnungsdaten und Leerständen. Innsbruck hat bereits im Jahr 2019 begonnen, die Daten zu bereinigen, um ein genaues Bild der Lage zu bekommen.
Um zu erheben, wie viele Wohnungen in Innsbruck leer stehen, hat die Tiroler Landeshauptstadt 2019 ein eigenes Referat geschaffen. Dabei geht es allerdings nicht nur um den Leerstand, sondern vielmehr um die Vervollständigung und Berichtigung des Gebäude- und Wohnregisters (GWR) – und das im Zusammenspiel mit dem Melderegister. Bei Klärungsfällen wird sich der Fall direkt vor Ort angeschaut. Bei bereits berichtigten Gebäuden kommt es alle sechs Monate zur Überprüfung, damit die Daten auch auf dem aktuellen Stand bleiben. Das ist in Salzburg nicht der Fall.
„Zu Beginn haben wir große Gebäude auserkoren, weil es dort leichter geht und wir schnell berichtigen konnten“, schildert Manfred Hirsch vom Innsbrucker Referat für Gebäude- und Wohnregister. Der Startschuss fiel damals übrigens im olympischen Dorf. Derzeit sind bereits 57 Prozent des Stadtgebiets erfasst.
Ein gutes GWR sei der Schlüssel, wie auch digitale Pläne, die die Arbeit um vieles beschleunigen und einfacher machen. Wenn Salzburg einen ähnlichen Weg wie Innsbruck einschlagen will, sollten zu Beginn drei bis vier Personen in der Abteilung ausreichen, um einiges erreichen zu können. In Innsbruck arbeiten mittlerweile drei Leute nur an den Bereinigungen. Hirsch ist überzeugt, dass die Daten bereits eine hohe Qualität haben. „Wir kennen etwa auch die Über- oder Unterbelegung oder ob eine 80-Jährige in einer 100 Quadratmeter-Wohnung ist“, sagt der Tiroler, der sein Wissen auch gerne weitergibt. „Umso mehr Austausch es gibt, desto einfacher ist es, Maßnahmen zu setzen“, so Hirsch. Wien und Graz haben sich schon vor Ort ein Bild gemacht und angefangen ähnliche Modelle umzusetzen.
In Salzburg geht Stadtvize Kay-Michael Dankl übrigens davon aus, dass es 24.000 ungeklärte Fällen gibt. Vor allem bei Bauten aus den 60er und 70er Jahren mit viel Eigentum dürften die Daten sehr verschwommen sein. Auch Dankl denkt bereits Personal an, die sich darum kümmern könnten.
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