Sternenkinderstube

VISTA macht Foto von “kosmischem Hummer”

Wissen
23.02.2013 08:00
Mithilfe des Visible & Infrared Survey Telescope for Astronomy (kurz VISTA) der Europäischen Südsternwarte ESO am Paranal-Observatorium in Chile haben Astronomen das Bild einer Himmelsregion mit Gaswolken gemacht, die auch eine dunkle, rankenartige Staubformation enthält, deren Form an einen "kosmischen Hummer" erinnert.

Das Bild ist eine Ansicht im Infrarotlicht und zeigt die unter der Katalognummer NGC 6357 bekannte Sternenkinderstube in einem völlig neuen Licht. Es wurde als Teil der Himmelsdurchmusterung "VISTA Variables in the Vía Láctea" (kurz: VVV) aufgenommen, bei der VISTA die Milchstraße kartografiert, um ihre Struktur zu enthüllen und das Rätsel ihrer Entstehung zu lösen.

8.000 Lichtjahre von der Sonne entfernt
Die Sternkinderstube NGC 6357 liegt, rund 8.000 Lichtjahre von unserer Sonne entfernt, im Sternbild Skorpion und wird wegen ihres Erscheinungsbildes im sichtbaren Spektralbereich (Bild 2) gelegentlich als Hummernebel bezeichnet. Es handelt sich um eine Himmelsregion mit riesigen Gaswolken, in denen sich neue, massereiche Sterne bilden, die im sichtbaren Licht hell blau-weiß strahlen.

Größtes Teleskop für Himmelsdurchmusterung
VISTA ist das größte und leistungsfähigste Teleskop für Himmelsdurchmusterungen, das je gebaut wurde, und dient speziell der Beobachtung des Himmels im infraroten Spektralbereich. Der dabei entstehende riesige Datensatz soll den Astronomen helfen, mehr über den Ursprung, die frühen Lebensstadien und die Struktur unserer Heimatgalaxie herauszufinden.

Spiegel mit 4,1 Meter Durchmesser

Möglich wurde die Aufnahmen dank der hochempfindlichen Infrarot- Detektoren von VISTA (Bild 3), die das im visuellen Bereich kaum sichtbare schwache Glühen des dünnen Gases nachweisen können. Die Weitwinkelkamera des Teleskops, dessen Spiegel einen Durchmesser von 4,1 Meter hat, wiegt drei Tonnen und verfügt über insgesamt 67 Megapixel in 16 Infrarot-Detektoren. Um die Aufnahmen nicht durch die eigene Infrarotstrahlung zu stören, muss die Kamera auf minus 200 Grad Celsius gekühlt werden.

Österreich seit Juli 2008 ESO-Mitglied
Die ESO wurde im Jahr 1962 gegründet, um auch europäischen Astronomen Beobachtungsmöglichkeiten am Südsternhimmel zu verschaffen. Sie zählt 15 Mitgliedsstaaten, zu denen seit dem Juli 2008 auch Österreich zählt.

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