Prozess in Innsbruck

Tiroler soll Ehefrau fünf Monate gequält haben

Tirol
20.08.2024 09:06

Geschlagen, getreten, gebissen, an den Haaren gezerrt und im Badezimmer eingesperrt! Ein Tiroler (36) soll über fünf Monate nahezu täglich gewalttätig gegenüber seiner Ehefrau geworden sein. „Das ist alles nicht wahr“, erklärte der Mann lautstark und sichtlich aufgebracht.

Zwischen Jänner und Mai dieses Jahres soll der 36-jährige Innsbrucker wiederholt gegenüber seiner Gattin massiv gewalttätig geworden sein. Diese erschien allerdings erst gar nicht zur Verhandlung. Auch der Angeklagte selbst kam am Montag mehr als eine halbe Stunde zu spät zum Prozess.

„Ich habe es einfach vergessen“, rechtfertigte er sich kurz angebunden vor Richterin Heide Maria Paul, die zuvor telefonisch mit ihm Kontakt aufgenommen hatte und so sein Erscheinen überhaupt erst erwirkte.

Neuer Verhandlungstermin nach Vertagung
Ob das mit dem Vergessen auch sämtlichen Zeugen sowie dem Opfer so oder so ähnlich ergangen war, ließ sich bei der Verhandlung naturgemäß nicht wirklich aufklären. Schließlich waren jedenfalls nicht nur das mutmaßliche Opfer, sondern auch deren Schwester und weitere Zeugen unentschuldigt nicht erschienen. Ein neuer Verhandlungstermin und damit ein neuerlicher Anlauf, alle Akteure an einem Ort zu vereinen, wurde für den 19. September festgesetzt.

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Das ist alles überhaupt nicht wahr.

Der Angeklagte in Innsbruck vor Gericht

Zuvor kamen aber die doch beträchtlichen Vorwürfe gegen den Mann zur Sprache: Er soll seine Noch-Ehefrau – mittlerweile wohnt der Mann bei seiner Mutter – beispielsweise mit seiner Faust und der flachen Hand mehrfach ins Gesicht geschlagen, diese getreten, sie an den Haaren gezerrt sowie sie im Badezimmer eingesperrt haben. „Das ist alles überhaupt nicht wahr“, erklärte der Mann dazu lautstark und sichtlich aufgebracht bei mehreren Gelegenheiten.

Frau war laut Angeklagtem „im Drogenrausch“
Vielmehr sei wahr, dass seine Frau teilweise im „Drogenrausch“ gewesen sei sowie ohne sein Wissen „anschaffen gegangen“ sei. Auch ihre Schwester, die der Angeklagte als „Boss der Escort-Damen“ bezeichnete, stecke mit ihr unter einer Decke und wolle ihm zusammen mit ihrer Schwester nachhaltig und gründlich schaden. „Meine derzeitige Frau hat mir aber jetzt schon alles genommen, was ich jemals hatte“, beklagte er vor der Richterin.

Todesdrohungen stehen im Raum
Auch weitere Vorwürfe standen im Raum: Der Angeklagte soll ebenjener Schwester seiner Gattin mit dem „Umbringen“ gedroht haben sowie Computer-Hardware seines Neffen zerstört haben. Auch das alles stritt er vehement und kategorisch ab. „Das ist frei erfunden“, was wiederum sein Neffe und vor allem auch seine Mutter bezeugen können.

Diese beantragte der Angeklagte dann auch für den 19. September als Zeugin. „Sie wird vor allem sagen können, dass ich meiner Frau gar nichts angetan habe“, war er überzeugt.

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