27.01.2013 15:59 |

Polizei ermittelt

Brandanschlag auf Flüchtlingsheim in Vorarlberg

Unbekannte Täter haben in der Nacht auf Sonntag einen Brandsatz auf eine Flüchtlingsunterkunft in Vorarlberg geschleudert. Dabei entstand ein Sachschaden an der Hausfassade (Bild). Die Caritas und die Diözese zeigten sich nach der Tat "zutiefst erschüttert", ebenso der Vorarlberger Grünen-Abgeordnete Harald Walser. Der Verfassungsschutz nahm Ermittlungen auf.

Der oder die Täter waren nach Polizeiangaben zwischen 2.30 und 2.45 Uhr mit einem dunklen Pkw bei der Unterkunft im Gemeindegebiet von Zwischenwasser (Bezirk Feldkirch), in welcher derzeit 23 Personen wohnen, vorgefahren und hatten eine Flasche mit brennendem Inhalt gegen die Hausmauer geschleudert. Der Inhalt der Flasche verbrannte innerhalb kürzester Zeit und hinterließ in der näheren Umgebung schwarze Rußspuren. Tatortspezialisten sicherten umgehend die Beweismittel, eine sofort eingeleitete Fahndung blieb erfolglos.

Die Landespolizeidirektion kündigte an, dass die Asylwerber-Unterkünfte in Vorarlberg ab sofort verstärkt kontrolliert werden sollen. Die Heimleiter der einzelnen Unterkünfte stünden mit den Polizeiinspektionen in ständigem Kontakt, teilte die Exekutive mit.

Anschlag ein "wahnsinniger Einzelfall"
Warnsignale für die Tat habe es keine gegeben, hieß es vonseiten der Caritas, die das Flüchtlingsheim betreibt. Peter Klinger, Direktor der Hilfsorganisation, sowie Diözesanadministrator Benno Elbs erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass nach über 20-jähriger Flüchtlingsarbeit der Katholischen Kirche in Vorarlberg der Anschlag einen "wahnsinnigen Einzelfall" darstelle.

"Die Solidarität der Bevölkerung, mit der wir stets rechnen durften, hat diese Arbeit erst ermöglicht und die letzten Jahrzehnte maßgeblich mitgetragen." Deshalb habe sie die "Radikalität und die Gewaltbereitschaft, die hinter einem derartigen Anschlag stehen, zutiefst erschüttert. Es darf nicht sein, dass sich Gewaltbereitschaft und Hass über die Menschlichkeit erheben".

Klinger und Elbs hatten am Sonntag umgehend das Flüchtlingsheim besucht. "Es sind Kinder, Jugendliche, Familien, Frauen und Männer, die unter anderem aus Syrien, Pakistan und Tschetschenien nach Vorarlberg kamen. Es war uns beiden ein Anliegen, bei den Menschen zu sein und ihnen unsere Hilfe und unseren Beistand zu versichern. Ebenso bieten wir den ermittelnden Behörden unsere vollste Unterstützung an."

"Brandanschlag sollte uns alle nachdenklich stimmen"
Grünen-Abgeordneter Walser zeigte sich in einer Aussendung "schockiert" über den Vorfall: "Dieser hinterhältige und feige Brandanschlag sollte uns alle nachdenklich stimmen, wie es um das gesellschaftliche Klima bestellt ist." Walser forderte ein konsequentes Vorgehen der Exekutive.

Das Landesamt für Verfassungsschutz bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 05913380-8002.

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