Karl Nehammer im Interview über zu hohe Sozialleistungen für Migranten, über die Notwendigkeit von Rückführungen auch in Länder wie Afghanistan, das Budgetdefizit und warum er sich den Job des Bundeskanzlers weiterhin antun will.
„Krone“: Herr Bundeskanzler, nach langem Ringen wurde Magnus Brunner als EU-Kommissar nominiert. Warum wurde der Bitte von Ursula von der Leyen nicht nachgekommen, einen Mann und eine Frau zu nominieren? Schmälern Sie damit nicht die Chancen Österreichs ein Top-Ressort zu bekommen? Was hat gegen eine Nominierung von Europaministerin Karoline Edtstadler gesprochen?
Karl Nehammer: Magnus Brunner hat aus seiner bisherigen Tätigkeit das breiteste Angebot für diese spezielle Position, vor allem, wenn es darum geht, dass Europa wieder wettbewerbsfähiger wird. Finanzministern kommt in der EU zudem immer eine sehr wichtige Rolle zu, daher sind sie in der Kommission gern gesehen. Zur Nominierung – da gibt es mehrere Ebenen. Das eine ist, dass unser nationales Prozedere die Nominierung einer Person vorsieht. Darauf nimmt Ursula von der Leyen auch Rücksicht und hat das auch in der Aufforderung zur Nominierung erwähnt. Darüber hinaus ist Magnus Brunner, wie erwähnt, höchst qualifiziert und nahezu alle anderen Länder haben auch eine Person nominiert, soweit ich das bisher gesehen habe.
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