Nächstes Kapitel zur drohenden Kündigung von 108 Tageseltern und den Betreuungsplätzen von 480 Kindern: Klaus Luger, roter Stadtchef von Linz, kritisiert den SPÖ-nahen Verein Aktion Tagesmütter OÖ in Briefen an betroffene Eltern und Angestellte. Er könne die angekündigte Teilschließung „kaum nachvollziehen“ und habe „tiefes Verständnis für die angekündigte Sonderprüfung des Vereins“.
Die Kritikpunkte des Linzer Bürgermeisters: Bildungsreferentin Christine Haberlander (ÖVP) habe zugesichert, das neue Finanzierungsmodell bei Problemen in der Praxis nachzubessern. Luger: „Ich habe keinen Grund, an den Aussagen des Bildungsressorts zu zweifeln.“ Dennoch habe die Aktion Tagesmütter als einzige Trägerorganisation eine Teilschließung angekündigt.
„Sind der größte Verein“
Vereinsvorsitzende Jasmine Chansri erklärt das damit, dass „wir der größte Verein sind und das meiste Personal haben, teilweise jahrzehntelange Mitarbeiter mit hohen Gehältern“. Die Kündigungsanmeldungen beim AMS-Frühwarnsystem seien eine „Vorsichtsmaßnahme“. Chansri weiter: „Ich verstehe die Ängste und Kritiken der Gemeinden, aber ich bin in der privatwirtschaftlichen Haftung für so viel Personal.“
Verhandlungen zum Fortbestand laufen
In Linz wären 40 bis 60 Kinder betroffen. Bürgermeister Luger könne nicht garantieren, „dass wir das für Sie optimale Betreuungsangebot in der Kürze der Zeit entwickeln können“, wie es im Schreiben an die Eltern heißt. Fix ist das Aus der Tageseltern aber noch nicht, es wurden bisher keine Kündigungen ausgesprochen.
„Wir tun alles, um den Betrieb aufrecht zu erhalten“, sagt Chansri. Die Gespräche mit dem Land laufen. Ein Knackpunkt ist wohl, dass seit 1. April nur mehr tatsächliche Anwesenheitszeiten der Kinder gefördert werden. Fehlzeiten wegen Krankheit oder Urlaub könnten daher zum schwer kalkulierbaren Risiko für die Vereine werden. Das bemängelte zuletzt auch der Tagesmütterverband, ein Zusammenschluss aller fünf Träger in Oberösterreich.
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