Oberösterreichs größter Träger, die Aktion Tagesmütter OÖ, kündigte eine Teilschließung ihres Betriebes an. Es geht ums Geld, aber Schuld sein will an der Misere niemand. Ein betroffener Vater erzählt der „Krone“ unterdessen von den für ihn drohenden Auswirkungen.
„Unsere Tochter ist zweieinhalb und seit einem knappen Jahr bei einer Tagesmutter. Meine Frau und ich schichteln beide, deshalb ist die Krabbelstube, die nur bis 14.30 Uhr offen hat, kein Thema für uns“, erzählt Philipp L. (34) aus Bad Hall.
Doch nun droht der Betreuungsform das Aus, denn die Aktion Tagesmütter OÖ, größter Trägerverein des Landes, kündigte wie berichtet an, teilweise schließen zu müssen. Davon wären 480 Kinder betroffen, auch die Tochter von Philipp L.: „Die Alternative wäre, dass einer von uns den Job aufgibt. Wir haben Haus gebaut und einen Kredit laufen. Wenn nur mehr einer arbeitet, heißt das: Haus verkaufen. Das wäre der absolute Supergau.“
Finanzierung wurde umgestellt
Zur Ursache der drohenden Tageseltern-Kündigungen gibt es zwei Versionen. Die seit 1. April gültige neue Tarifordnung des Landes stellte die Finanzierung um, unter anderem gibt es nun einen fixen Landesbeitrag für die Träger, dafür keine Abgangsdeckung mehr.
Für Jasmine Chansri, Vorsitzende der Tagesmütter OÖ, ist das der Grund, weshalb der Teilbetrieb nicht mehr finanzierbar sei. Aus dem Büro der zuständigen LH-Vize Christine Haberlander (ÖVP) wiederum heißt es, die Förderhöhe bleibe trotz neuer Tarifordnung konstant, die Verlustprognose des Vereins sei für die Behörde daher nicht nachvollziehbar.
Die bestehenden Betreuungsverträge mit sechswöchiger Kündigungsfrist will die Aktion Tagesmütter jedenfalls noch erfüllen. Bildungsdirektion und Land OÖ führen auf der Suche nach Lösungen bereits Gespräche mit anderen Vereinen.
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