Alle für Harris. Und dann ging es ganz schnell! Viele Wochen lang hatte Joe Biden, der regierende US-Präsident, Widerstand gegen einen Verzicht auf die Kandidatur zu den Präsidentschaftswahlen im kommenden Herbst geleistet. Noch einmal wollte der mittlerweile 81-Jährige wie vor vier Jahren gegen Donald Trump antreten. Noch einmal wollte er Trump schlagen. Doch längst hat ihm das nach all seinen Schwächen, nach der Verkettung von teils haarsträubenden Fehlleistungen, kaum noch jemand zugetraut. Dann verkündete er am Sonntag doch noch seinen Verzicht. Und schlug seine Vizepräsidentin Kamala Harris als Kandidatin vor – wenig später war sie praktisch auch nominiert, weil sich die allermeisten demokratischen Granden hinter Harris stellten. Von den Clintons bis zu den Obamas und den als mögliche weitere Kandidaten der Demokraten gehandelten Parteifreunde von Harris. Auch wenn Harris endgültig erst beim Parteitag der Demokraten im August bestätigt wird – doch so ein Wechsel von Kandidat Biden auf Kandidatin Harris: vollzogen binnen weniger Stunden! Aber ob sie die Wahlen gewinnen kann? Unwahrscheinlich!
Österreichische Kamala. Kann man sich einen so kurzfristigen Wechsel auch in Österreich vorstellen? Von den derzeitigen Parteichefs auf einen ihrer Stellvertreter? Aber wer sind die überhaupt? Wussten Sie etwa, dass Karl Nehammer als ÖVP-Bundesparteiobmann drei Stellvertreter hat? Den oberösterreichischen Landeshauptmann Thomas Stelzer kennt man ja bundesweit wenigstens, die steirische Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl schon viel weniger. Aber wer ist Veronika Marte? 42 Jahre alt, ausgebildete Volksschullehrerin, Bregenzer Stadträtin. Unwahrscheinlich, nein ausgeschlossen, dass sie kurzfristig auf Karl Nehammer als Spitzenkandidatin zur Wahl folgen könnte. Oder aus dem SPÖ-Bundesparteipräsidium eine gewisse Stefanie Matei oder eine Michaela Schmidt? Aber hoppla: Bei der FPÖ findet sich eine Frau als theoretische österreichische Kamala: Die Salzburger Landeshauptmann-Stellvertreterin Marlene Svazek, eine der Stellvertreterinnen von Parteichef Herbert Kickl, wird immer wieder als mögliche Vizekanzlerin oder gar Kanzlerin gehandelt. Aber dieser Karrieresprung? Unwahrscheinlich.
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