Risiko für Tausende
Poliovirus in Abwasser im Gazastreifen gefunden
In Abwasserproben im Gazastreifen ist das Poliovirus gefunden worden. Das teilten sowohl die palästinensische als auch die israelische Seite mit. Der Fund berge „für Tausende von Menschen das Risiko, an Polio zu erkranken“.
„Das Vorhandensein von Polioviren in Abwässern, die sich zwischen den Zelten der Vertriebenenlager und in bewohnten Gebieten aufgrund der zerstörten Infrastruktur ansammeln und fließen, stellt eine neue Gesundheitskatastrophe dar“, teilte das Ministerium im Gazastreifen mit. Die Militäroffensive müsse daher gestoppt werden, damit sicheres Wasser in den Gazastreifen gebracht und die Aufbereitung von Abwasser wieder aufgenommen werden könne.
Behörden wollen „überwachen und bewerten“
Das israelische Gesundheitsministerium sprach wiederum von „Besorgnis über das Vorhandensein des Virus in dieser Region.“ Die Behörden würden „die notwendigen Schritte überwachen und bewerten“, um ein Krankheitsrisiko in Israel zu verhindern. In den Abwasserproben wurde der Poliovirus Typ 2 nachgewiesen.
Die Krankheit wird durch ein akut ansteckendes Virus ausgelöst, das das Rückenmark angreift und bei Kindern Lähmungen verursachen kann. Das Poliovirus wird vor allem über die Fäkalien einer infizierten Person verbreitet oder aber auch über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel aufgenommen. Es vermehrt sich im Darm. Ein Heilmittel gibt es nicht, aber eine Impfung, die die Ausbreitung verhindert.
Krankheit bis in 1950er-Jahre weltweit verbreitet
Die Erkrankung war auf der ganzen Welt verbreitet, bis der Impfstoff in den 1950er-Jahren gefunden wurde. Danach dauerte es noch Jahrzehnte, bis die Kinderlähmung weltweit zurückging. 1996 gab es allein in Afrika noch mehr als 70.000 Fälle.








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