Fr, 16. November 2018

Vieles noch unklar

23.12.2012 12:59

Jemen: Offenbar erste Spur zu entführtem Wiener

Im Fall der Entführung eines 26-jährigen Österreichers im Jemen gibt es möglicherweise eine erste Spur. Wie der ORF am Samstagabend berichtete, wisse die jemenitische Polizei, von wem jenes Auto gestohlen worden sei, mit dem der Sprachschüler aus Wien gemeinsam mit einem finnischen Paar in der Hauptstadt Sanaa verschleppt worden war. Aus dem österreichischen Außenministerium gab es dazu jedoch noch "keinen Kommentar".

Die drei Entführungsopfer wurden laut Agenturmeldungen am Freitagnachmittag in einem Elektronik-Geschäft im Zentrum der jemenitischen Hauptstadt bedroht und zum Mitkommen gezwungen.

Die genauen Hintergründe des Falls sind nach wie vor unklar, auch von Lösegeldforderungen sei noch nichts bekannt, hieß es aus dem Außenministerium in Wien. Man stehe aber mit jemenitischen Behörden und dem jemenitischen Botschafter in Wien in Kontakt. Weiters bestehe intensiver Informationsaustausch mit den finnischen Behörden sowie den Behörden weiterer befreundeter europäischer Staaten. Ein eigens für den Fall eingerichteter Krisenstab hat bereits seine Arbeit im Außenministerium aufgenommen.

Unterdessen wurde ein finnischer Sondergesandter in den Jemen geschickt, um die Ermittlungen im Entführungsfall zu intensivieren. Ein Ministeriumssprecher bestätigte am Sonntag, dass der Diplomat bereits angekommen sei und seine Arbeit aufgenommen habe.

Entführung fand offenbar in der Nähe der Polizeizentrale statt
Über ein interessantes Detail berichtete die finnische Tageszeitung "Helsingin Sanomat". In einer E-Mail eines britischen Journalisten an die Zeitung hieß es, der kolportierte Ort der Entführung liege nur rund 100 Meter von der Polizeizentrale der jemenitischen Hauptstadt entfernt - außerdem sollen sich zahlreiche Regierungsgebäude in der näheren Umgebung befinden. Aus diesem Grund führen Soldaten dort regelmäßige Patrouillen durch.

Jemenitische Behörden vermuten Al-Kaida-Hintergrund
Spekulationen, nach denen das Terrornetzwerk Al-Kaida hinter der Entführung stehen könnte, wollte der Sprecher des Außenministeriums, Nikolaus Lutterotti, nicht kommentieren: "Das sind alles Mutmaßungen." Die Nachrichtenagentur AFP hatte unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, dass die Sicherheitsbehörden die Al-Kaida hinter der Tat vermuten.

Demnach habe das Terrornetzwerk vor zehn Tagen gedroht, Ausländer zu entführen, um die Freilassung von inhaftierten Mitgliedern zu erwirken. Es sei wahrscheinlich, dass sich die Entführer noch in Sanaa aufhalten, so der Sicherheitsbeamte gegenüber der AFP. Alle Stadtausfahrten werden derzeit von der Polizei kontrolliert.

Vor sieben Jahren zwei Österreicher entführt worden
In den vergangenen 15 Jahren wurden laut AFP im Jemen mehr als 200 Menschen entführt - meist von den mächtigen Stämmen, die mit ihren Aktionen politische Forderungen durchsetzen wollten. Die meisten der Entführungsopfer wurden später unverletzt wieder freigelassen.

Vor genau sieben Jahren, am 21. Dezember 2005, waren während einer ganzen Serie von Einführungen von Ausländern im Jemen auch die beiden Österreicher Barbara M. (31) und Peter S. (52) in die Hände von Geiselnehmern geraten. Nach wenigen Tagen kamen sie nach Verhandlungen zwischen Stammesführern und der Zentralregierung in Sanaa in der Nacht auf den Heiligen Abend unversehrt wieder frei.

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