Lastzüge direkt vor dem Fenster – zum Greifen nahe. Gibt’s nicht? Doch, im Bezirk Mödling. Aber jetzt dürfen die leidgeplagten Anrainer endlich neue Hoffnung auf Ruhe schöpfen.
Nur knapp eine Armeslänge an den Hausfassaden vorbei führen in der Guntramsdorfer Feldgasse die Schienen der Badner Bahn. Und wer glaubt, die Lokalbahnlinie diene ohnehin nur zum Pendlertransport, der irrt. Auch Lastzüge mit tonnenschweren Waggons rollen hier tagtäglich unmittelbar vor den Fenstern der Anrainer vorbei.
Wände erzittern
„Die Lampen wackeln, das Geschirr klirrt im Schrank“, schilderten leidgeplagte Anrainer bereits vor mehr als zehn Jahren der „Krone“. Sie protestierten gegen den Gütertransport auf dieser Trasse mitten durch den Ort – allerdings lange Zeit vergeben.
Anrainer enttäuscht
Ein Hoffnungsschimmer keimte 2015 auf, als erstmals eine „Umleitung“ der Güterzüge auf die Aspangbahn-Linie am Ortsrand angedacht wurde. Eine Verlängerung der Gleise im nahen Industriezentrum Süd sollte dies ermöglichen. Doch die Gespräche scheiterten – und die Pläne wurden wieder auf Eis gelegt.
Neuer Anlauf
Bis FPÖ-Verkehrslandesrat Udo Landbauer die Verhandlungen in dieser Causa wieder aufnahm. Und nun offenbar zu einem positiven Abschluss brachte. Mittlerweile haben betroffene Firmen, die Wirtschaftsagentur Ecoplus, das Land, die Gemeinde und die Wiener Lokalbahnen einen Projektvertrag unterzeichnet, mit dem der Lückenschluss auf dem Schienenstrang im Industriezentrum in Angriff genommen werden kann.
Ich bin sehr froh, dass die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden konnten. Denn damit wird ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Anrainer und für klimaschonende Transportwege mit der Bahn gesetzt.
Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FPÖ)
Rasche Umsetzung
„Das ist ein wichtiger Schritt“, betont Landbauer. Bis 2025 soll die „Umleitung“ realisiert werden. Die Kosten: 1,2 Millionen Euro. „Dann wird es keinen regelmäßigen Güterverkehr mehr auf der Trasse der Badner Bahn geben“, verspricht der Landesrat: „Die Anrainer können bald aufatmen!“
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