Grazer motiviert

Radeln und spazieren: Mit 95 fit wie ein Turnschuh

Steiermark
11.07.2024 05:59

Kein Tag, an dem Karl Pekar nicht in den dritten Stock rauf geht bis zum Hometrainer, gut eine Stunde radelt, dann noch Spaziergänge macht. Der Senior will auch andere motivieren.

Der Hometrainer steht im dritten Stock der so behaglichen wie modernen „Wohnoase Robert Stolz“ für betreutes Wohnen in Graz – aber fürs Foto in den Lift steigen lässt uns der fröhliche Grazer nicht. „Nanana, nix da. Wir gehen zu Fuß!“ Und stiefelt bereits munter voran, ohne je ins Schnaufen zu kommen.

Die Fitness, die ist es, für die der fröhliche Pensionist Werbung machen will, „denn die ist wichtig. Bis ins hohe Alter!“ Pekar selbst ist der beste Beweis dafür, er radelt täglich mindestens eine Stunde, geht noch umfangreich im Park spazieren, hält sich selbst auf Trab. „Im Kopf fehlt mir auch nicht viel“, lacht er schelmisch. Weil er auch da dahinter bleibt, er spielt Bingo, Dart, ist bestes informiert über aktuelles Weltgeschehen, nimmt an Gesprächsrunden in der Residenz für betreutes Wohnen teil. Zu jedem Thema; außer Politik. „Denn da ärger ich mich. Ich war selbst immer grundehrlich. Ich weiß nicht, wie viele Politiker das heute noch so sind“

Auch Spaziergänge mag der 95-Jährige sehr. Oft trifft er Mitbewohner, wie hier Gertrude Tebbich, deren Passion übrigens die Gartengestaltung in der Wohnoase Robert Stolz ist.  Oder Ulrike Kretschi von der Hausleitung und Kollege Michael Neureuter. (Bild: Christa Blümel)
Auch Spaziergänge mag der 95-Jährige sehr. Oft trifft er Mitbewohner, wie hier Gertrude Tebbich, deren Passion übrigens die Gartengestaltung in der Wohnoase Robert Stolz ist.  Oder Ulrike Kretschi von der Hausleitung und Kollege Michael Neureuter.

Und er animiert die anderen Bewohner zum Mitmachen, mehr und mehr schließen sich beim Spaziergang an, wollen jetzt auch radeln. „Ich sag ihnen auch ständig, wie wichtig das ist gegen körperlichen Abbau. Und dass man nie aufhören soll. Ich hab mein Leben lang Sport gemacht, Skifahren, Bergsteigen, Fußballspielen. Man sandelt ganz schnell dahin, wenn man nichts macht.“ Fünf Monate im Krankenhaus, ohne Sport, haben ihm da seine Grenzen aufgezeigt, „mir ist dann gleich schlecht gegangen“.

Frühere Lehrlinge kommen oft  zu Besuch
Fad wird dem Mann mit dem lässigen Schmäh, der 41 Jahre lang Dreher bei der Maschinenfabrik Andritz war – und so beliebt, dass ihn heute noch die damaligen Lehrlinge besuchen – auch beim Radeln nie. „Ich mach die Augen zu und nutze die Zeit. Und krame in meinen Erinnerungen.“ An seine geliebte Frau etwa, die er vor 30 Jahren verloren hat. „Sie war so lebenslustig, immer gesund!“ Nach einem Urlaub hatte sie Fieber bekommen, dagegen ein Mittel genommen. Eines, das Millionen nehmen und gut vertragen. Paula nicht. Sie starb in Folge. Was für eine Tragödie.

Doch auch den traurigen Erinnerungen strampelt der Senior davon. „Ich seh nur nach vorne.“

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