Mi, 19. September 2018

Nach langem Kampf

01.12.2012 18:23

Haus auf Autobahn: Ehepaar verliert gegen Abrissbirne

Lange hat sich ein Ehepaar aus China gegen den Abriss ihres Hauses gewehrt, nun ist es doch ausgezogen. Das Bild ihres Eigenheims war um die Welt gegangen: Von einer fertig asphaltierten Autostraße eingezwängt, stand das fünfstöckige Gebäude einsam in der Landschaft der ostchinesischen Stadt Wenling. Doch Luo Baogen und seine Ehefrau weigerten sich auszuziehen. Nun gaben die beiden nach - das Haus wurde am Samstag abgerissen.

"Es war nie eine definitive Lösung für uns, in einem einsamen Haus in der Straßenmitte zu leben", sagte Luo Baogen der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. "Nach den Erklärungen der Regierung habe ich schließlich entschieden auszuziehen", so Baogen.

Die Stadtregierung will ihm dem Bericht zufolge 260.000 Yuan (rund 32.000 Euro) zahlen und ihm ein Grundstück für ein neues Haus geben. Bevor er am Freitag die Abrissvereinbarung unterschrieb, hatte Luo diese Summe stets zurückgewiesen und versichert, dass er für den Bau mehr als das Doppelte ausgegeben habe.

"Einsamer Kampf gegen Abrissbirne"
Der Widerstand des Ehepaars hatte bei Chinas Internetnutzern und sogar in offiziellen Medien breite Unterstützung gefunden. Die Zeitung "China Daily" sprach von einem "einsamen Kampf gegen die Abrissbirne". Das Gebäude machte auch als das "Nagel-Haus" Furore, weil es wie ein Nagel aus einem Holzbrett emporragte.

Das Schicksal des Paares ist kein Einzelfall. Gegen Bewohner, die sich weigern, Platz für Großprojekte zu machen, gehen Baufirmen und lokale Behörden in China wenig zimperlich vor. Oft greifen sie nach Angaben der Betroffenen zur Gewalt, manchmal erhalten Hausbesitzer auch überhaupt keine Abfindung.

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