Salzburger Flughafen zieht positive Bilanz 2023. Die Nachfrage nach Urlaub ist so groß, dass die Airlines sie kaum bewältigen. Großes Problem bleiben versickerte Chemikalien.
Die in gut zwei Wochen beginnenden Sommerferien lassen nicht nur die Herzen von Salzburger Familien höherschlagen. Auch am Salzburger Flughafen reibt man sich die Hände. Denn die Nachfrage nach Flugreisen ist laut dem Flughafensprecher so hoch, dass die Airlines sie kaum bewältigen können.
Wir haben im Vorjahr rund 1,61 Millionen Passagiere abgefertigt.
Flughafen-Geschäftsführerin Bettina Ganghofer
Die große Corona-Delle mit nur 300.000 Passagieren sollte bald überwunden sein. „Wir haben im Vorjahr rund 1,61 Millionen Passagiere abgefertigt. Das entspricht einem Plus von 31,3 Prozent gegenüber dem Jahr davor“, berichtete Flughafen-Geschäftsführerin Bettina Ganghofer am Mittwoch beim Bilanz-Pressegespräch 2023 am Flughafen.
Man bewegt sich in immer größeren Schritten auf das Vorkrisenniveau von 1,84 Millionen Fluggästen zu. Im laufenden Jahr will Bettina Ganghofer rund 1,66 Millionen Passagiere erreichen.
Auch die Spuren der Pandemie beim Personal sollten bald verschwunden sein. Während Corona gab es trotz Pensionierungen keine Nachbesetzungen. Das spürte man im Unternehmen. „Jetzt haben wir fast alle Stellen wieder nachbesetzt“, zeigt sich die Geschäftsführerin erleichtert.
100 Millionen für die Terminal-Erneuerung
Im Vorjahr flossen bei einem Konzernjahresüberschuss von rund 3,4 Millionen Euro gut sechs Millionen Euro in Investitionen. Dazu zählten 1,5 Millionen für neue Durchleuchtungsgeräte für Großgepäck und 460.000 Euro für eine große Photovoltaikanlage am Parkhausdach. Das Riesenprojekt der nächsten Jahre ist der Terminal-Neubau. Rund 100 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. „Wir wollen auf jeden Fall 2026 beginnen, damit die Baukosten nicht noch mehr steigen“, betonte Stefan Schnöll als Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens.
Löschübungen belasten den Boden Jahrzehnte lang
Die große Unbekannte für die Zukunft ist die Altlastensanierung. Durch PFAS-Löschschaum bei Löschübungen der Feuerwehr wurde das Grundwasser kilometerweit rund um den Flughafen verunreinigt. „Seit Ende des Vorjahres wird das Grundwasser gewaschen“, sagt Bettina Ganghofer zum Stand der Sanierung. Der Fall sei der erste große Fall in Österreich. Die Forschung stehe hier noch am Anfang. Ganghofer meint: „Die Sanierung wird Jahrzehnte dauern.“
Nicht alles sei zwingend auf Löschschaum zurückzuführen. Denn auch in Vorarlberg und in der Steiermark gebe es Funde der Chemikalie, allerdings nicht in der Nähe eines Flughafens. Rund um die Salzburger Rollfelder bekommen die Anrainer den Lärm des wieder zunehmenden Flugverkehrs ab.
Fliegermangel führt zu besserer Auslastung
Zumindest stiegen die Flugbewegungen (plus 15,7 Prozent) nur halb so stark wie die Passagierzahlen (plus 31,3 Prozent), betont die Flughafenführung. Grund dafür sei die international zu geringe Anzahl an verfügbaren Flugzeugen. Die sind jetzt besser ausgelastet.
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