US-Legalisierung
175.000 Drogenkriminelle in Maryland begnadigt
Vor knapp einem Jahr hat der US-Staat Maryland den Besitz und den Konsum von geringen Cannabis-Mengen legalisiert. Nun hat der Gouverneur auch eine Massenamnestie für Personen mit geringfügigen Marihuana-Delikten veranlasst.
„Wir können den Nutzen der Legalisierung nicht angehen, ohne die Folgen der Kriminalisierung zu berücksichtigen“, erklärte der Demokrat Wes Moore. Mit Begnadigung von mehr als 175.000 Personen würden insbesondere die unverhältnismäßigen Auswirkungen der bisherigen Drogenpolitik des US-Bundesstaates auf nicht-weiße Bürger angegangen.
Menschen mit Vorstrafen hätten Schwierigkeiten, Wohnraum, Bildung und Arbeit zu finden. Einer Studie der Bürgerrechtsgruppe ACLU zufolge wurden schwarze US-Bürger in der Vergangenheit mehr als dreimal so häufig wegen Marihuana-Delikten festgenommen wie weiße. „Wenn man sich das historisch anschaut, erkennt man, wie Gesetze vorsätzlich eingesetzt wurden, um ganze Gemeinschaften zu benachteiligen“, sagte Moore. „Es geht um Werkzeuge, die zur Masseninhaftierung von schwarzen Männern und Buben geführt haben.“
Freizeitkonsum in 24 der 50 Bundesstaaten erlaubt
Wie in Deutschland befindet sich auch die Drogenpolitik in den USA im Umbruch. Zwar sind Marihuana-Konsum und -Besitz nach Bundesrecht weiter verboten. Jedoch haben inzwischen 24 der 50 Bundesstaaten den Freizeitkonsum auf Landesebene legalisiert. Auch der Bundesstaat Massachusetts hat eine Massenamnestie ausgesprochen. Präsident Joe Biden erließ seinerseits in den vergangenen Jahren Begnadigungen auf Bundesebene bei Drogendelikten.









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