Nächster Schwarzbau?

Illegaler Tempel im Wald sorgt für Verwunderung

Kärnten
05.06.2024 08:02
Porträt von Hermann Sobe
Porträt von Jennifer Kapellari
Von Hermann Sobe und Jennifer Kapellari

Nachdem erst kürzlich ein Promi-Schwarzbau am Wörthersee aufgeflogen war, sorgt nun eine ganze Tempelanlage in einem privaten Waldstück in Velden für Verwunderung.

Dass Kärntner Gemeinden immer wieder mit illegalen Bauten oder zweckwidriger Nutzung zu kämpfen haben, beweist nicht nur der aktuelle Fall rund um Luxus-Apartments am Wörthersee (wir berichteten). Nicht weit entfernt, in einem Waldstück nahe der Süduferstraße, wurde schon vor Jahren ein „Kraftplatz“ – so wird die Örtlichkeit genannt – errichtet. Konkret handelt es sich um einen Gebetstempel samt Klo-Anlage und mehreren weiteren kleinen Hütten-ähnlichen Bauten (siehe Bilder unten).

In der Tempelanlage finden regelmäßig spirituelle Veranstaltungen und Seminare statt.
In der Tempelanlage finden regelmäßig spirituelle Veranstaltungen und Seminare statt.(Bild: Hermann Sobe)
Fast idyllisch – leider offenbar illegal errichtet: eine der Meditationshütten
Fast idyllisch – leider offenbar illegal errichtet: eine der Meditationshütten(Bild: Hermann Sobe)
Auch ein Wald-WC gibt es am Areal.
Auch ein Wald-WC gibt es am Areal.(Bild: Hermann Sobe)
Hier finden regelmäßig spirituelle Veranstaltungen und Seminare statt.
Hier finden regelmäßig spirituelle Veranstaltungen und Seminare statt.(Bild: Hermann Sobe)

Offenbar alles ohne Genehmigungen der Behörde errichtet. Denn gewidmet ist das besagte Grundstück als „Grünland“ für Land- und Forstwirtschaft: „Es gibt für diese Baustätte keine Genehmigung, aber einen Bescheid der Bezirkshauptmannschaft, dass nach dem naturschutzrechtlichen Bescheid der Urzustand im Wald hergestellt werden muss. Genehmigt ist von seitens des Amtes jedenfalls nichts“, heißt es seitens Veldens Bürgermeister Ferdinand Vouk.

Genutzt werden die Stätten von einem Verein als Seminar- und Veranstaltungsräume für Spirituelles, wie auf der Website erklärt wird – und auch ein Lokalaugenschein bestätigt.

Abrissbescheide werden auch exekutiert
Nun muss die Gemeinde als Baubehörde erster Instanz tätig werden, wie Günther Vallant, Präsident des Kärntner Gemeindebundes, ausführt: „Ob zweckwidrige Nutzung oder illegale Bauten – die Gemeinden sind dazu verpflichtet, dem nachzugehen.“ Anderenfalls handle es sich um Amtsmissbrauch. Als letztes Mittel stellt die Behörde in solchen Fällen Abrissbescheide aus – und exekutiert diese im Ernstfall auch.

Dem Vereinsobmann und Betreiber des „Kraftplatzes“ sei vor dem Besuch diverser Kärntner Behörden laut eigenen Angaben nicht bewusst gewesen, dass er gegen geltendes Recht verstoße: „Wir sind bereits seit mehreren Jahren in Kontakt mit den Behörden und ein Umwidmungsantrag ist ebenfalls bereits eingereicht“, wie er der „Krone“ schriftlich erklärt.

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