Satte 440 Millionen Euro wurden für das neue Center of Physics in Graz in die Hand genommen – nun geht das Projekt in die heiße Bauphase. 1700 Studierende und 600 Mitarbeiter sollen hier künftig Spitzenforschung betreiben. Dadurch könnte der nächste heimische Nobelpreisträger aus Graz kommen, heißt es beim Spatenstich am Dienstag.
Monatelang knabberten riesige Bagger den achtstöckigen Turm ab, derzeit gleicht die ehemalige Vorklinik, in der sich bis vor Kurzem neben Hörsälen auch Sezierräume befanden, dem Erdboden, Schuttberge türmen sich neben dem Hauptgebäude der Grazer Universität. Doch Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) ist sich sicher: „Hier entsteht ein Leuchtturmprojekt, das weit über die Grenzen unseres Landes hinausstrahlen wird.“ Und so wurde am Dienstag der große Spatenstich für das Graz Center of Physics gesetzt.

Das neue Institut beheimatet ab 2030 die Physik-Institute der Technischen Uni und Karl-Franzens-Universität. Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) nennt es ein „Bündeln der Kräfte“. Denn seit genau 20 Jahren arbeiten die beiden Hochschulen unter dem Titel „Nawi“ eng zusammen. „Das erste Mal wird nun Nawi in der Stadt für die Bevölkerung sichtbar“, sagt Horst Bischof, Rektor der TU Graz. Damit wolle man die Grazer Physik auf Augenhöhe von Wien und Linz holen.
Riesen-Investition von 440 Millionen Euro
Über 440 Millionen Euro werden vom Bund für das Projekt in die Hand genommen. „Ein außergewöhnlich großes Investitionsvolumen“, sagt Hans-Peter Weiss, Vorstand der Bundesimmobiliengesellschaft. Als eine der größten Baustellen, die die BIG aktuell verantwortet, seien eine „Vielzahl an nachhaltigen Aspekten“ berücksichtigt worden: Begrünung, wassersparende Armaturen, Erdwärmenetz, eine Photovoltaik-Anlage und eine Tiefgarage für Fahrräder.
Es werde ein richtiger Campus entwickelt, meint auch Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne). „Grünraum und Aufenthaltsqualität werden eine große Rolle spielen“, sagt sie. Eine große Rolle für etwa 1700 Studierende und 600 Mitarbeiter, die künftig am Center of Physics ein und aus gehen sollen. Sie alle sollen für neue Spitzenforschung in der steirischen Landeshauptstadt sorgen. Bischof ist überzeugt: „Die nächste Nobelpreisträgerin soll aus Graz kommen.“
Diese Forderung prangt aktuell auch auf den Bauzäunen des entstehenden Instituts. „Jeder Neubeginn hat seine Geschichte“, sagt Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) im Hinblick auf den Abriss der Vorklinik. Sie werde sie auch als Treffpunkt für Veranstaltungen vermissen – unter Studierenden war vor allem das jährliche Vorklinikfest legendär. Bis Sommer soll das Gebäude aus den 70er-Jahren nun final abgerissen sein und der Baustart für das Physikzentrum erfolgen.
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